Mo, 20. November 2017

Cook wird befragt

21.05.2013 09:14

US-Senat wirft Apple Steuer-Trickserei vor

Kurz vor einer Anhörung von Apple-Chef Tim Cook vor dem US-Kongress hat der Senat dem iPhone-Hersteller vorgeworfen, in großem Umfang Steuerschlupflöcher genutzt zu haben. Dadurch seien dem Fiskus Milliarden von Dollar entgangen, hieß es in einem Bericht eines Unterausschusses der Kammer. Der Computerkonzern habe für Vertretungen in Irland keine oder nur wenig Steuern gezahlt, weder an die Regierung in Washington noch in Dublin. In einem Interview der "Washington Post" kündigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss ein paar Kompromissvorschläge unterbreiten.

So bezeichnete Cook den gegenwärtigen Steuersatz von 35 Prozent für Erträge, die Unternehmen vom Ausland zurück in die USA überweisen, als sehr hoch. "Wir schlagen nicht vor, dass es null Prozent sein müssen", sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz wäre in diesem Fall vernünftiger.

Apple zahlt in Irland seit fünf Jahren keine Steuern
Laut dem Bericht habe etwa die Hauptvertretung in Irland, über die die Apple-Läden in ganz Europa geführt werden, in den vergangenen fünf Jahren überhaupt keine Unternehmenssteuern abgeführt. Mitglieder des Ausschusses erklärten aber, Apple habe nicht gegen Gesetze verstoßen und bei den Untersuchungen in der Angelegenheit kooperiert.

An die Apple-Vertretung mit Postadresse in Cork seien allein zwischen 2009 bis 2012 Dividenden in Höhe von knapp 30 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro) geflossen. In dem Senatsbericht wurden drei Apple-Vertretungen in Irland genannt, die dort keinen Steuersitz hätten.

Widerstand gegen Steuertricks wächst
"Apple hat den Unterschied zwischen irischen und US-Regelungen für Steuersitze ausgenutzt", hieß es in dem Bericht. Apple wies den Vorwurf von Steuertricksereien zurück. Im Steuerjahr 2013 habe das Unternehmen in den USA mehr als 7 Milliarden Dollar Steuern gezahlt.

Am Dienstagabend soll Cook vor dem Ausschuss aussagen. Vor ihm waren bereits Spitzenvertreter von Hewlett-Packard und Microsoft geladen. In den USA und in Deutschland hat die Debatte über Steuersparmodelle von Großkonzernen zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Hintergrund sind Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung, mit denen sich die Unternehmen in ihrer Heimat arm rechnen können. Der Widerstand gegen dieses Finanzgebaren wächst zunehmend.

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