So, 19. November 2017

Eine Raubkopie?

21.12.2012 10:20

Schallplatten mittels 3D-Drucker „ausgedruckt“

Offenbar ist es gelungen, mithilfe eines 3D-Druckers aus Musikstücken auf dem Computer Druckvorlagen und in weiterer Folge Schallplatten herzustellen. Die Tüftlerin Amanda Ghassaei hat bereits seit einiger Zeit mit ausgedruckten Platten experimentiert, nun sind erste Erfolge zu verbuchen. Mit dem 3D-Drucker hat sie unter anderem Stücke von "Joy Division" und "New Order" als Schallplatte "ausgedruckt". Nur die Soundqualität ist noch nicht zufriedenstellend.

Wie der Technik-Blog "The Verge" berichtet, lassen sich die gedruckten Schallplatten mit handelsüblichen Plattenspielern verwenden. Als Drucker kam ein "Connex"-Modell zum Einsatz. Der Referenztitel während der Arbeiten an den Schallplatten aus dem 3D-Drucker war "Debaser" von den "Pixies".

Zunächst scheint es zwar so, als würde der erfolgreiche Schallplattendruck den von der Content-Industrie bereits befürchteten Raubkopien aus dem 3D-Drucker (siehe Infobox) Tür und Tor öffnen, dafür ist das Verfahren jedoch noch nicht ausgereift genug. Bislang braucht es spezielle Dateien als Druckvorlage. Wer aus normalen MP3-Dateien Platten drucken möchte, der wird enttäuscht werden.

Song-Druckvorlagen auf "The Pirate Bay" geladen
Um die weitere Entwicklung der Technologie voranzutreiben, hat die Entwicklerin der gedruckten Schallplatten die Druckvorlagen für einige Stücke über die Torrent-Seite "The Pirate Bay" online gestellt. Damit können andere Besitzer eines 3D-Druckers ebenfalls Platten anfertigen und die Technologie weiterentwickeln.

Bis gedruckte Schallplatten auch den hohen Ansprüchen audiophiler Nutzer gerecht werden, dürfte es jedoch ohnedies noch einige Zeit dauern. Wie der Blog berichtet, ist die gebotene Audioqualität bislang sehr bescheiden. Die Abtastrate der Druck-Schallplatten beträgt elf Kilohertz, die Auflösung nur sechs Bit. Selbst schlechte MP3-Files bieten eine deutlich bessere Klangqualität.

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