Sa, 20. Jänner 2018

Sex im Urlaub

23.06.2005 13:35

Wenn der Urlaub zur Verhütungsfalle wird

Die Gesellschaft der Ärzte warnt: Heiße Temperaturen sowie Reisen können die Wirkung von Verhütungsmitteln im Urlaub stark beeinflussen. Mit einfachen Tricks kann man sich ungewollte Konsequenzen ersparen.

Die Hitzefalle
Reisen in südliche Länder, aber auch ein Anstieg der Temperaturen in unseren Gefilden, kann zu einer Überhitzung von Hormonpräparaten, wie die Pille, führen. Wie die meisten Medikamente dürfen diese Präparate daher nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Aber auch Kondome sollten nicht zu heiß gelagert werden, da sich das Gummi ausdehnt.

Die Zeitfalle
Fernreisen beinhalten oft eine entsprechende Zeitverschiebung. Hier gilt die 3-Stunden-Regel: Eine Verschiebung der Einnahme der „Pille“ innerhalb von drei Stunden führt zu keinem erhöhten Schwangerschaftsrisiko.

Die "Vergessensfalle"
Gerade junge Frauen sind im Urlaub am Abend oft abgelenkt und denken nicht an die Pille. Am Morgen schlafen sie gerne lange. Kommt eine Zeitverschiebung dazu, wird das „Management“ der Pilleneinnahme häufig zur mathematischen Herausforderung.

Die Wasserfalle
Wer viel Schwimmen geht oder stark schwitzt, sollte laufend den korrekten Sitz und die Haftung des Verhütungspflasters kontrollieren. Über die Beeinflussung von Resorption bzw. Wirkstofffreisetzung bei exzessivem Schwimmen liegen derzeit noch keine wissenschaftlichen Daten vor.

Die Magen-Darm-Falle
Häufig kommt es bei Reisen zu Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (jede dritte Frau ist betroffen!). Die Symptome Durchfall und Erbrechen können unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zu einer Verminderungen der Verhütungssicherheit führen.

Schon einfaches Erbrechen binnen dreier Stunden nach der Einnahme der Pille vermindert deren Wirkungsweise. Ähnliches gilt für heftige Durchfall-Erkrankungen. Was also ist zu tun?

  • Durchfall/Erbrechen bis zu 3 Stunden nach der Einnahme: die Verhütungssicherheit kann gefährdet sein. Es sollte sofort die nächstfolgende Pille des Pillenstreifens eingenommen werden.
  • Tritt nach deren Einnahme innerhalb von 3 Stunden wieder Durchfall/Erbrechen auf, ist der Schutz nicht mehr gewährleistet, und es muss für den betroffenen Zyklus und die einnahmefreie Zeit eine zusätzliche Verhütungsmaßnahme vorgenommen werden.
  • Tritt nach der Einnahme der nächstfolgenden Pille innerhalb von 3 Stunden kein Erbrechen/Durchfall auf, ist die Verhütungssicherheit nach derzeitigem Wissensstand wiederhergestellt. Man nimmt die Pille für den Rest des Zyklus wie gewohnt weiter ein. Zusätzliche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
  • Tritt Durchfall / Erbrechen mehr als 3 Stunden nach der Einnahme auf, ist die Verhütungssicherheit nach den wissenschaftlichen Daten voll gewährleistet. Man nimmt die Pille wie gewohnt weiter, zusätzliche Verhütungsmittel sind nicht erforderlich.

Die "Wechselwirkungsfalle"
Wenn bestimmte Medikamente zusätzlich mit der Pille genommen werden bzw. genommen werden müssen, dann kann die Zuverlässigkeit der Pille gefährdet werden.

Konkret führen Substanzen aus folgenden Arzneimittelgruppen zu einer Verminderung der Wirkung der Pille: Anitbiotika, Tuberkulosemittel, Malariamittel, Schmerzmittel, Pilzmittel, Schlaf- & Beruhigungsmittel, Anti-Epileptika.

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