Mo, 20. November 2017

Teuer und unbeliebt

18.04.2012 10:22

Netzbetreiber mit Nokias Windows Phones unzufrieden

Zu teuer und bei potenziellen Kunden unbeliebt, so ziehen europäische Netzbetreiber über Nokias neueste Smartphones mit Windows-Phone-Betriebssystem vom Leder. Gegenüber Apples iPhone und Geräten mit Googles Android-Betriebssystem seien die Lumia-Smartphones nur schwer zu verkaufen, heißt es.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat - allerdings ohne genauere Angaben, um welche Firmen es sich handelt - die Meinungen vier großer Netzbetreiber in Europa eingeholt, die Nokias Windows-Phone-Geräte seit dem Weihnachtsgeschäft verkaufen.

Die Aussagen dürften dem finnischen Handyhersteller keine Freude machen. "Niemand kommt ins Geschäft und fragt nach einem Windows-Handy", wird etwa eine Führungskraft eines Netzbetreibers zitiert. Die Software erlaube es, viele "coole Dinge" zu tun - doch die wenigsten Kunden wüssten darüber Bescheid. "Wenn das Lumia mit derselben Hardware mit Android statt Windows ausgestattet wäre, wäre es viel leichter zu verkaufen", ist die Quelle überzeugt.

Betreiber mäkeln am Preis
Zudem gebe es Beschwerden der Netzbetreiber, die Lumia-Geräte seien zu teuer, so Reuters. Zwar koste ein Gerät den Netzbetreiber nur 220 Euro - und damit viel weniger als erwartet worden war. Doch "das bedeutet, dass der Verkauf an den Verbraucher sich als schwerer erweist, als wir erwartet hätten", so Richard Windsor von der Investmentbank Nomura. Ein Sprecher eines weiteren Netzbetreibers, der nicht genannt werden wollte, schlug in dieselbe Kerbe: "Wenn sie den Preis senken könnten, glauben wir, dass wir mehr verkaufen könnten." Die Verluste müsse Nokia vermutlich in Kauf nehmen, um das Kundeninteresse zu wecken.

Kritik: Kunden kennen Windows Phone kaum
Auch von Microsoft, dem Macher des Smartphone-Betriebssystems, seien die Netzbetreiber frustriert, so Reuters. Schließlich gebe der Softwareriese zu wenig Geld für das Marketing von Windows Phone aus. "Selbst wenn die Netzbetreiber anfangen würden, Nokia-Geräte gratis zu verteilen, würde das Nokia nicht zu einem Erfolg machen", zeigte sich etwa Telekom-Berater John Strand pessimistisch. Die Schlussfolgerung: Windows Phone und was die Lumia-Smartphones daraus machen, ist den Kunden noch zu unbekannt. Dem schließt sich auch ein weiterer leitender Mitarbeiter eines europäischen Netzbetreibers an: Entweder müssten Nokia und Microsoft ein wirklich innovatives Produkt auf den Markt bringen, das diesen aufrüttle, oder zumindest ein riesiges Marketingbudget aufstellen, um bei den Kunden den Bedarf zu wecken. "Bisher haben sie weder noch getan", wird er zitiert.

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