Mo, 11. Dezember 2017

Herzklopfen

24.04.2012 15:37

Wenn aus Freundschaft plötzlich Liebe wird

Man kennt sich schon ewig, ist gemeinsam durch dick und dünn gegangen, hat nächtelang geredet und weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann. Trotzdem ist es das eine, miteinander befreundet zu sein, und das andere, eine Beziehung miteinander zu führen.

Im Laufe seines Lebens hat man gelernt, dass gute Freunde sehr wertvoll sind. Wenn sich dann in einer freundschaftlichen Beziehung die ersten Schmetterlinge zu regen beginnen, ist die erste Tendenz oft die Verleugnung. Denn die Grenzen zwischen Freundschaft und Liebe sind fließend. Dass man unter engen Freunden vertrauter ist, auch körperliche Nähe zulässt, ist nicht weiter ungewöhnlich. Die Erkenntnis, dass da mehr sein könnte, trifft die meisten zunächst wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Denn Freundschaften sind in gewisser Weise unkomplizierter als Beziehungen. Man stellt andere Ansprüche aneinander, ist leichter zufriedengestellt, legt nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Man verbringt Qualitätszeit miteinander, lebt zwar mit dem anderen mit, aber ohne jener (Alltags-)Intensität wie in einer Beziehung. Man kann sich darauf verlassen, dass der andere einen selbst so akzeptiert, wie man ist, und ist daher ungezwungener.

Ist da mehr?
Die ersten Schmetterlinge im Bauch verkomplizieren daher einiges. Denn zunächst gilt es, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden. Kann es wirklich Liebe sein? Und: Kann es wirklich dauerhafte Liebe sein? Denn eines ist klar: Sobald das Gefühl dem anderen gegenüber geäußert wird, ist nichts mehr so wie vorher. Und wenn das Gefühl nicht erwidert wird, ist die Freundschaft in Gefahr.

Man muss sich also schrittweise vortasten. Meist passiert dies über körperliche Annäherung. Und oft spüren beide, dass man sich nun auf eine andere Ebene begeben hat. Auch dezente verbale Andeutungen sind in diesem Zusammenhang leichter, da man sich durch die vorangegangene Freundschaft meist sehr gut versteht. Man tastet sich dadurch schrittweise vor, kann aus der Reaktion des anderen ablesen, ob die Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhen, bevor man das Bekenntnis wirklich ausspricht.

Hopp oder dropp
Aber sogar wenn die Gefühle einander gegenüber eindeutig sind, ist die Entscheidung, sich wirklich darauf einzulassen, bei Weitem keine leichte. Denn ob man auch als Paar funktioniert, ist trotz Freundschaft nicht klar. Muss man erst einmal mit den Alltagsgewohnheiten des anderen klarkommen, kann sich die Verliebtheit schnell wieder in Luft auflösen. Doch wenn man sich wirklich gut kennt, ist es einen Versuch allemal wert.

Denn der Vorteil, den man anderen Paaren gegenüber hat, liegt ganz klar auf der Hand: Man beginnt an einem Punkt, zu dem andere erst nach Jahren gelangen, wenn überhaupt. Man ist miteinander vertraut, kennt einander und darf die Beziehung nun um eine schöne, neue Dimension erweitern. Man weiß, dass man miteinander lachen kann, dass man eine Stütze in seinem Leben hat, auf die man bauen kann. Und nun hat man die Chance, eine wunderschöne, innige Beziehung daraus werden zu lassen.

Damit dies funktionieren kann, ist es absolut notwendig, einander Zeit zu geben und nichts zu überstürzen. Man sollte sich bewusst sein, dass man einander wieder neu kennenlernt, Facetten am anderen entdeckt, die man zuvor noch nicht gekannt hat. Das funktioniert am besten über Verabredungen, klassische Rendezvous, aus denen man schrittweise mehr werden lässt. Dabei merkt man sehr schnell, ob man tatsächlich auch das Leben miteinander teilen kann. Und wenn, dann werden meist schöne, dauerhafte Lebensgemeinschaften daraus.

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