So, 25. Februar 2018

Saftige Geldstrafe

16.03.2012 11:11

Safari ausgetrickst: Google droht teures Nachspiel

Das Austricken der Datenschutz-Einstellungen von Apples Safari-Browser - krone.at berichtete - könnte für Google noch ein teures Nachspiel haben: Wie das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf informierte Personen berichtete, wird der Vorfall derzeit von Regulierern in den USA und Europa untersucht. Im schlimmsten Fall könne dem Internetkonzern eine saftige Geldstrafe drohen.

Google hatte einen Weg gefunden, bei Apples Safari-Browser ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen - kleine Dateien, mit denen sich das Surfverhalten teilweise nachverfolgen lässt. Die inzwischen gestoppte Praxis wurde vor rund einem Monat ebenfalls vom "Wall Street Journal" öffentlich gemacht (siehe Infobox). Google betonte schon damals, es seien keine persönlichen Informationen erfasst worden.

Hintergrund des Ganzen: Der Apple-Browser lässt - anders als etwa Firefox, Chrome oder der Internet Explorer - standardmäßig keine Cookies von Drittanbietern wie etwa Online-Werbefirmen zu. Ein Nutzer muss sie erst aktiv freischalten - was die wenigsten jedoch tun. Als Google für sein soziales Netzwerk Google+ im vergangenen Jahr nach dem Vorbild des "Gefällt mir"-Buttons von Facebook seinen eigenen "+1"-Knopf zum Beispiel auch in Werbeanzeigen startete, hatte der Internetkonzern daher bei Safari ein Problem: Die Technik dahinter funktioniert nur mit Cookies.

Safari ausgetrickst
Laut "Wall Street Journal" trickste Google Safari schlicht aus. Der Apple-Browser ließ Cookies von Drittanbietern zu, wenn ein Nutzer bewusst mit der Werbung interagierte. Diese Lücke habe Google mit Software-Code in Anzeigen ausgenutzt, der Safari vorgaukelte, dass ein Nutzer selbst eine Anfrage an Google geschickt habe. Deshalb habe der Browser Google dann erlaubt, ein Cookie zu setzen. Dadurch wurde allerdings auch die Tür für viele andere Cookies weit aufgestoßen. "Damit haben wir nicht gerechnet", betonte Google. Man habe lediglich auf allgemein bekannte Weise Safari-Einschränkungen umgehen wollen, damit angemeldete Google-Nutzer den vollen Funktionsumfang hätten.

Teures Nachspiel
Nach Recherchen des "Wall Street Journal" untersuchen derzeit in den USA die Handelsbehörde FTC und die Staatsanwälte mehrerer Bundesstaaten die Praxis. In Europa prüft die französische Datenschutzaufsicht CNIL. In den USA könne es besonders teuer werden, wenn die FTC eine Verletzung der Datenschutz-Vereinbarung feststellen sollte, mit der Google im vergangenen Jahr Ermittlungen zu einem anderen Fall beigelegt hatte. Demnach würden dann 16.000 Dollar pro Verletzungsfall und Tag fällig, womit bei mehreren Millionen betroffenen Nutzern ein stolzes Sümmchen berechnet werden könnte.

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