Mi, 22. November 2017

Mein Teenie spinnt!

19.09.2011 17:31

Wie du typische Pubertätskonflikte lösen kannst

Zwischen dem zehnten und 15. Lebensjahr ist es in der Regel soweit: Dein Kind kommt in die Pubertät. Damit beginnt eine sowohl für Eltern als auch den Teenager anstrengende Zeit. Konflikte stehen an der Tagesordnung, der Abnabelungsprozess ist in vollem Gange. Schule und Eltern werden unwichtig, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse stehen nun im Vordergrund. Wie du typische Konflikte in dieser Zeit löst, erfährst du hier.

Stimmungsschwankungen, Unnahbarkeit, körperliche Veränderungen – das sind die augenscheinlichsten Veränderungen dieser Zeit. Ausgelöst wird die Pubertät vereinfacht gesagt durch einen ziemlichen Hormonschub, den dein Kind nun bekommt. Und auch wenn das für viele Eltern ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke ist: Dein Kind wird dadurch geschlechtsreif. Es ist nun nicht mehr „klein“, es ist auf dem Weg, ein eigenständiger Erwachsener mit eigenen Wünschen und Werten zu werden. Und du kannst nur versuchen, dein Kind in dieser Zeit bestmöglich zu leiten und zu unterstützen.

Wichtig ist, dass du dich in jene Zeit versetzt, als du ein Teenager warst. Es ist absolut normal, dass dein Kind nun beginnt, sich abzunabeln, dir nicht mehr alles erzählt. Doch je besser deine Beziehung davor zu deinem Kind war, desto besser wird sie auch nun sein. Ein vertrauensvoller, verständnisvoller Umgang miteinander hilft, die Gesprächsbasis auch weiterhin bestehen zu lassen. Wenn dein Kind das Gefühl hat, zu dir kommen zu dürfen, statt von dir kontrolliert zu werden, dann wird es das auch tun. Plant regelmäßige Unternehmungen zu zweit ein, Einkaufsbummel, Kino oder Eisessen. Denn bei Unternehmungen außer Haus sind Kinder oft entspannter.

Wenn dir dein Kind etwas von sich erzählt, dann bewerte nicht, sondern frage höchstens nach und höre zu. Auch Erzählungen, wie du gewisse Situationen erlebt hast, helfen, Vertrauen zu schaffen. Gib deinem Kind das Gefühl, dass du es auf gleicher Ebene respektierst. Dennoch ist es wichtig, durch gewisse Regeln und Kontrolle dein Kind in dieser Zeit zu schützen, teils vor sich selbst, teils vor falschem Umgang.

Wer sind die Freunde meines Kindes?
„Ich bin dann mal weg.“ Sprach's, und verschwand. Auf die Frage, wann dein Kind wieder da ist, erhältst du bestenfalls ein „Na, später halt“. Und beim Versuch herauszufinden, mit wem es sich trifft, erfährst du nur „Kennst du nicht“. Damit sollst und darfst du dich aber nicht zufrieden geben. Schließlich bist du noch immer für dein Kind verantwortlich – auch wenn es selbst das nun nicht mehr so sehen möchte. Erkläre ihm, dass es nicht darum geht, es zu kontrollieren, sondern dass du einfach um seine Sicherheit besorgt bist, weil dein Kind dir wichtig ist. Einigt euch auf gewisse Spielregeln, die eingehalten werden müssen. Dazu zählt beispielsweise, dass klar sein muss, wo dein Kind hingeht und wann es wieder daheim sein muss. Wird es später, dann muss das per SMS oder Anruf angekündigt werden.

Du kannst auch die Freunde deines Kindes zu euch nach Hause einladen. Sorge für annähernd sturmfreie Bude, versorge die Bande mit Cola und Knabbereien. So kannst du die Leute kennenlernen, und du bekommst einen Eindruck davon, mit wem dein Kind unterwegs ist. Respektiere aber die Privatsphäre deines Kindes, solange du keinen Grund dafür hast, Angst vor schädlichem Einfluss zu haben. Ist das der Fall, solltest du das Gespräch mit deinem Kind suchen. Sprich auch mit Lehrern, die dein Kind kennen. Bei auffälligen Veränderungen gilt es, bald zu reagieren und dein Kind in diesem Fall auch unter intensivere Kontrolle zu stellen.

Einladung zu Partys
Partys sind bei 13- oder 14-Jährigen meist noch harmlos. Dennoch solltest du dich vergewissern, dass dein Kind über die Wirkung von Alkohol, Nikotin und Drogen aufgeklärt ist. Reagiert dein Kind auf deine ernste Ansprache mit Belustigung, dann kannst du meist beruhigt sein. Ist es genervt, dann solltest du vorsichtig sein. Bestehe darauf, dein Kind zur Feier hinzubringen (zumindest bis vor die Tür) und auch wieder abzuholen. Erkundige dich auch, ob Eltern bzw. Erwachsene anwesend sein werden. Wenn ja, ist der Besuch unbedenklich, wenn nein, dann kannst du den Besuch ruhig verbieten. Denn oft ergeben sich Situationen, die aus dem Rahmen geraten. Die Ausgehzeiten für unter 14-Jährige sollten bis 22 Uhr beschränkt sein, ab 16 Jahren bis 23 Uhr, danach bis Mitternacht.

Zigaretten und Alkohol
Findest du im Zimmer deines Kindes Zigarettenschachteln und Alkohol, und bekommst die lahme Ausrede zu hören, dass die nicht ihm, sondern einem Freund gehören, dann solltest du reagieren. Frage dein Kind, was denn sein Freund damit will und was es darüber denkt. Sprich mit ihm über die Gefahren der Suchtmittel und hilf ihm auch dabei, Begründungen zu finden, warum es nicht zu viel trinken will, damit es in seiner Gruppe das Gesicht wahren kann. Nützt alles nichts, kann auch das Kürzen von Taschengeld bei erneutem Erwischtwerden helfen. Doch in erster Linie solltest du das Gespräch mit deinem Kind suchen. Wenn dein Kind aber wirklich rauchen will, wird es das meist auch tun. In diesem Fall kannst du nur für deine vier Wände strikte Regeln aufstellen und hoffen, dass dein Kind mit der Zeit zur Vernunft kommt.

Die erste Liebe
Hat dein Kind sich verliebt, bzw. kommt die Ankündigung, dass es einen Freund oder eine Freundin hat, dann solltest du ruhig bleiben und Interesse zeigen bzw. gesprächsbereit sein. Nimm dein Kind ernst und reagiere nicht zu streng. Lerne den Angebeteten bzw. die Angebetete kennen, aber lasse deinem Kind seine Privatsphäre – kein Anklopfen am Kinderzimmer im Viertelstundentakt oder dauernde Kontrollanrufe. Ein Gespräch über Verhütung sollte dennoch bald geführt werden. Du kannst es nicht verhindern, dass dein Kind Sex haben wird, du kannst es nur vor den Folgen zu schützen versuchen. Je offener du mit dem Thema umgehst, desto eher wird dein Kind verantwortungsvoll handeln und auch zu dir als Vertrauensperson kommen. Zwei Regeln sind hierbei wichtig: Verhüte vernünftig und tue nur, was du willst.

Verändertes Essverhalten
Speziell bei Mädchen kann es in dieser Zeit auch zu einer radikalen Umstellung der Ernährung kommen. Sie fühlen sich auf einmal zu dick, obwohl dazu objektiv gesehen meist kein Grund besteht. Merkst du, dass dein Kind auf einmal das Frühstück verweigert oder andere Mahlzeiten auslässt, dann solltest du das Gespräch mit ihm suchen. Frage nach dem Grund. Wenn es nur das „Zu dick“-Thema ist, dann hilft es meist, wenn du deinem Kind die Grundregeln gesunder Ernährung erklärst. Zeige dich gegebenenfalls auch bereit, dein Koch- und Einkaufsverhalten anzupassen: mehr Gemüse und helles Fleisch, viel Obst und Vollkornprodukte.

Wenn dein Kind auf einmal wirklich kein Frühstück mehr essen kann, dann bitte es, doch einfach einmal Joghurt, Cornflakes oder zumindest einen Kakao zu versuchen und am Vormittag einen gesunden Snack zu essen. Mehrmals kleine Mahlzeiten werden vom Körper ohnehin besser verarbeitet. Auch solltest du deinem Kind Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung anbieten: Laufen, Radfahren, Aerobic sind gute Varianten.

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