Mi, 22. November 2017

Für US-“Patrioten“

16.12.2010 12:28

Leichter Nachbarn vernadern mit neuer iPhone-App

Eine neue iPhone-App sorgt in den USA für Aufregung: Mit "PatriotApp" sei es schneller und einfacher als je zuvor möglich, Nachbarn, Bekannte, aber auch wildfremde Personen zu vernadern und den Behörden zu melden, empören sich Kritiker.

Die App solle dabei helfen, ein "besserer Bürger" zu werden, so das offizielle, hochpatriotische Ziel der Macher von Citizen Concepts. Die Software-Firma mit Sitz an der Küste Floridas schreibt auf ihrer Website, die Applikation für Apples iPhone solle "Bürgern dabei helfen, sicherere, sauberere und effizientere Gemeinschaften zu schaffen". Das wird allerdings nicht von allen goutiert: Der Überwachung für jedermann sowie der Vernaderung unliebsamer Personen bei Behörden werde so Tür und Tor geöffnet, so die Kritiker.

"PatriotApp" verbindet Apples Smartphone mit Behörden wie der Polizei oder dem FBI - ein Druck auf Tasten wie "Verdächtige Aktivitäten", "Bedrohung der nationalen Sicherheit", aber auch "Umweltsicherheit" oder "Meistgesucht" (Verbrecher, Anm.) genügt.

Kritiker: App soll "Klima der Angst verfestigen"
Eine Bevorzugung solcher Meldungen gibt es jedoch nicht - es handle sich lediglich um eine Sammlung von Telefonnummern, so die Kritiker. Sie sehen darin jedoch den Versuch, die seit den 9/11-Anschlägen in den USA herrschende Unsicherheit auszunutzen. So meldet etwa der Blog "Infowars.com" seine Bedenken an: "Eine App wie diese soll das Klima der Angst verfestigen, in dem wir existieren sollen, geht es nach unseren führenden Persönlichkeiten."

Macher sehen Kritik gelassen
Seit die App vor etwa einer Woche kostenlos verfügbar ist, werde sie etwa 400 Mal pro Tag heruntergeladen, so Roy Swiger, ein Miterfinder der "PatriotApp" gegenüber "SecurityNewsDaily". Es gehe den Machern nicht um das Ausspionieren, sondern den einfacheren und übersichtlichen Zugang zu helfenden Behörden, erklärte er.

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