Di, 17. Oktober 2017

Erkennt jede Geste

20.07.2010 10:45

Forscher entwickeln 3D-Multitouch-System

Das iPhone hat Touch-Displays populär gemacht, die Wii von Nintendo verhalf der Bewegungserkennung in Spielen zum Durchbruch. Wie Microsofts "Kinect" zeigt, ist der nächste Schritt die berührungslose 3D-Bedienung von Geräten. Dementsprechend haben nun auch Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) einen Prototyp eines solchen Systems entwickelt, das Gesten in Echtzeit erkennt und gleichzeitig mehrere Nutzer unterstützt.

Der Clou an dem System ist, dass es dreidimensional arbeitet und Finger- und Handbewegungen exakt interpretiert. Die Eingaben in der Luft werden dabei von einer 3D-Kamera erkannt und in Steuersignale umgesetzt, erklärte das FIT.

Die Kamera misst bei dem System für jeden Bildpunkt, wie lange das Licht bis zum gefilmten Objekt und zurück benötigt und ermittelt daraus die Distanz, schreiben die Forscher. "Aus diesem Datenwust filtert ein spezieller Bildanalyse-Algorithmus nun die Positionen von Händen und Fingern heraus. Die schnelle Auswertung gelingt durch eine intelligente Filterung der einkommenden Daten. Stellt man sich diese als ein 3D-Relief einer Berglandschaft vor, so wird schnell klar, dass nur Gipfelregionen Handflächen oder Finger sein können", erklärte Georg Hackenberg, der im Zuge seiner Masterarbeit an der Realisation des Systems maßgeblich beteiligt war.

Um das System zu demonstrieren, zeigen die Wissenschaftler in einem YouTube-Video, wie es zum Beispiel zum Browsen durch Bilddatenbanken eingesetzt werden könnte. Dabei laden sie Fotos, rotieren diese, verändern ihre Größe und ihre Lage im Raum - alles mit einfachen und intuitiven Gesten. Um etwa die Größe zu verändern, greift Hackenberg in dem Clip einfach zwei Seiten eines Bildes, indem er seine Hände an den entsprechenden Stellen zu Fäusten ballt. Im Anschluss bewegt er nur noch seine Arme voneinander weg, und schon erscheint das Bild formatfüllend.

Um marktfähig zu werden, müsse das System aber noch verbessert werden, räumten die Forscher ein. Zum Beispiel könnten Armbanduhren derzeit das System noch durch Reflexionen verwirren.

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