Fr, 23. Februar 2018

UNO-Sanktionen

08.02.2018 12:00

Kein Olympia-Smartphone für Nordkorea und Iran

Olympioniken aus Nordkorea und dem Iran gehen im südkoreanischen Pyeongchang leider leer aus: Sie erhalten kein Smartphone von Sponsor Samsung. Das entschied das Organisationskomitee am Mittwoch. Grund: Die Geräte fallen unter die Sanktionen der UNO.

Olympia-Sponsor Samsung hat rund 4000 Smartphones der Modellreihe Galaxy Note 8 in einer Sonderedition für Sportler und Funktionäre zur Verfügung gestellt. Wert je Stück: mindestens 800 Euro. Das IOC hat die Organisatoren angewiesen, den Nordkoreanern die Smartphones zwar für die Zeit der Spiele zu überlassen, vor der Rückreise müssten die Gäste die Telefone aber wieder abgeben. Doch auch mit dieser nachgerade salomonischen Lösung ist das Organisationskomitee nicht glücklich.

Komitee-Sprecher Sung Baik-yoo sagte laut Nachrichtenagentur AP: "Jemand sollte eine klare Ansage machen. Aber es gibt niemanden, der das machen kann, deshalb haben wir den Nordkoreanern die Smartphones nicht gegeben. Und wir können sie ihnen nicht geben, bis wir nicht sicher sind, dass es kein Verstoß gegen die Sanktionen ist." Sung wies allerdings darauf hin, dass alle Sportler laut IOC-Regeln gleich behandelt werden müssen - egal, welcher Nationalität.

Diplomatische Verwerfungen
Die Regierung in Teheran sieht in der Sanktionierung indes eine Diskriminierung ihres Teams und zitierte am Donnerstag sogar den südkoreanischen Botschafter in Teheran herbei. Das iranische Außenministerium warnte Seoul vor Konsequenzen.

"Das ist unmoralisch und gegen den olympischen Geist", sagte der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghassemi nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim. Samsung müsse sich umgehend für diese "unkluge Entscheidung" entschuldigen oder es werde wirtschaftliche Konsequenzen geben.

Südkorea ist einer der wichtigsten Handelspartner des Irans. Samsung beherrscht seit Jahren den Elektromarkt des Landes.

 krone.at
Redaktion
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