Mo, 21. Mai 2018

"Quantensprung"

08.10.2008 12:47

Erstmals "prinzipiell abhörsicher" verschlüsselt

In den bestehenden Glasfaser-Netzwerken der Siemens AG Österreich sind am Mittwoch Daten erstmals "prinzipiell abhörsicher" verschlüsselt worden. Das Verfahren, das die sogenannte Quantenkryptographie nutzt, wurde im Rahmen des Projekts "SECOQC" von einem internationalen Wissenschaftlerkonsortium unter der Leitung der Austria Research Centers (ARC) entwickelt und nun der Öffentlichkeit präsentiert. In rund drei Jahren könnte der Netzwerk-Prototyp kommerziell angeboten werden, erklärte ARC-Projektleiter Christian Monyk bei einer Pressekonferenz in Wien.

Quantenkryptographie nutzt die teils seltsam anmutenden Eigenschaften der Quantenwelt, die ein Abhören nicht nur unwahrscheinlich und sehr schwierig, sondern schlicht unmöglich machen - versichern jedenfalls Physiker. Eine Möglichkeit ist der Einsatz sogenannter verschränkter Photonen, die über beliebige Distanzen wie über einen unsichtbaren Faden verbunden bleiben.

Daneben können aber auch andere Verfahren zur Erzeugung von Schlüsseln angewandt werden, etwa "schwache Laserpulse", berichtete Monyk. Dabei kann die in den Photonen steckende Information - beispielsweise die Schwingungsebene - nur einmal ausgelesen werden. Insgesamt sind sechs unterschiedliche Quantenkryptographie-Technologien zur Erzeugung der Schlüssel über standardisierte Schnittstellen im Netzwerk integriert.

Gemein ist den Quantenkryptographie-Anwendungen, dass jedes Auslesen des Schlüssels Auswirkungen auf das System hat. Das gilt auch für heimliche Lauscher, die sich die Information beschaffen wollen: Sie stören und können so entdeckt werden. Ein weiterer Vorteil der Quantenschlüssel ist, dass sie jeweils bei Bedarf frisch erzeugt werden und die Abfolge - ebenfalls aufgrund von Naturgesetzen - absolut zufällig ist.

Der nun präsentierte Netzwerk-Prototyp besteht aus sechs Knotenpunkten, die mit acht Verbindungen - sieben Glasfaserkabel zwischen sechs und 85 Kilometern Länge sowie ein sogenannter "free-space Link" mit direkter Sichtverbindung zwischen zwei Teleskopen - verknüpft sind. Sie unterscheiden sich durch die Methode, wie aus Lichtteilchen Datenschlüssel erzeugt werden.

Künftige Kunden für das Quantenkryptographie-Netzwerk könnten etwa größere Firmen oder auch Provider sein, welche die abhörsichere Verschlüsselung dann kommerziell anbieten.

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