Wie menschenverachtend ist das Argument eines Polizeiministers von Israel? Da hat doch Itamar Ben-Gvir zu Tötungen von 30 bis 40 Menschen in Gaza pro Nacht aufgerufen. Zeigt sich mit solch einer Aussage auch das Gedankengut der israelischen Gesellschaft oder ist dies nur die Meinung eines einzelnen Ministers? Dass sich da über Jahre und Jahrzehnte der Hass zwischen den beiden Völkergruppen massiv hochgeschaukelt hat, konnte man immer wieder sehen. Nur stammt eine derartige Aussage nicht gerade von einem Durchschnittsbürger, sondern vielmehr von einem Repräsentanten des israelischen Staats. Wem man da die Schuld zuweisen kann für eine solche Eskalation, wird sich wohl bei den nächsten Wahlen im Herbst zeigen. Es kann doch nicht sein, dass ein Regierungsmitglied zu Tötungen aufruft und damit den Hass noch weiter schürt. Nun gibt es diesen Konflikt aber auch nicht seit gestern, sondern vielmehr schon über Jahrzehnte, und es gibt da kein Weiterkommen, das diese Lage entschärfen könnte. Da sollte man doch meinen, dass man in dieser Region doch endlich zu einem gedeihlichen Nebeneinander kommen sollte. Dass der Vorschlag einer Zwei-Staaten-Lösung auf dem Tisch liegt, wird wohl von Israel äußerst massiv abgelehnt, nur es wird über kurz oder lang kein Weg daran vorbeiführen. Anscheinend muss da Israel noch seine Siedlungspolitik intensivieren und somit die Gegenseite massiv provozieren, mit den entsprechenden Toten auf beiden Seiten. Dass sich dann eine solche Aussage eines Ministers von selbst auflöst, ist damit gegeben, denn es sterben ja jetzt schon genug Menschen in dieser Auseinandersetzung, aber an Lösungen ist man dabei nicht gerade interessiert.
Eduard Wagner, Wien
Erschienen am Mi, 19.8.2026
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