Die Schuld an diesem grausamen Krieg liegt zweifellos und in aller Deutlichkeit bei Wladimir Putin. Doch während das unermessliche Leid auf beiden Seiten täglich zunimmt, muss die Frage erlaubt sein, ob die bisherige Strategie des Westens tatsächlich noch ethisch und politisch zu rechtfertigen ist. Die fortlaufenden Milliardenhilfen der EU und westlicher Staaten finanzieren eine militärische Dynamik, die vermehrt zu Gegenangriffen mit Drohnen und Raketen führt. Die logische Konsequenz erleben wir täglich. Jeder dieser Vorstöße provoziert nur noch massivere russische Vergeltungsschläge. Statt den Konflikt einzudämmen, wird eine gefährliche Spirale der Eskalation befeuert, für die unschuldige Menschen mit ihrem Leben bezahlen. Um dieses Sterben zu beenden, bedarf es dringend neuer Ansätze. Ein gezieltes Überdenken der finanziellen Unterstützung könnte den notwendigen Druck erzeugen, um die Kriegsparteien zu Verhandlungen zu bewegen. Realpolitisch verfügt Russland weder über die Ressourcen noch über die logistischen, militärischen Möglichkeiten, weder für die Einnahme der ganzen Ukraine noch für einen Marsch auf Europa. Der Fokus liegt primär auf den bereits besetzten Gebieten in der Ostukraine. Es ist höchst an der Zeit, außerdem naht der Winter, den Fokus von der militärischen Konfrontation hin zu einer diplomatischen Lösung zu verschieben. Nur durch die Bereitschaft zu schmerzhaften Kompromissen auf beiden Seiten lässt sich das tägliche Blutvergießen stoppen.
Ing. Hans Peter Jank, Villach
Erschienen am Fr, 7.8.2026
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