Chinas Autoindustrie nimmt zunehmend zu Lasten Europas an Fahrt auf und allein bei VW wackeln in den nächsten Jahren bis zu 100.000 Arbeitsplätze, wobei auf dem Kontinent jeder dritte Autoproduktionsstandort von Schließung bedroht ist. Europas Schwäche resultiert aber weniger aus der Stärke der Konkurrenz, sondern ist von Brüssel weitgehend hausgemacht. Wenn man unter dem Vorwand Klimapolitik die Kernindustrie des Kontinents, den Autobau, mit einem angekündigten Verbot einer höchst erfolgreichen Technologie, den Verbrenner, belegt und überdies den Produzenten Milliardenzahlungen für die Flottenemission drohen, ist etwas anderes als ein wirtschaftlicher Niedergang nicht zu erwarten. Dazu kommen ein übertriebener Moralismus mit Erziehungsmaßnahmen für die ganze Welt über das Lieferkettengesetz, aktuell gütigerweise etwas gelockert, und eine Überbürokratisierung und Hyperregulierung, wobei derzeit in Brüssel angeblich an einer Entschärfung des Problems gearbeitet wird, wovon allerdings nicht viel erkennbar ist. „Wir werden sehr stark von Europa reguliert, manchmal erlaube ich mir auch, das Wort stranguliert zu verwenden“, meinte vor gar nicht so langer Zeit der ehemalige Finanzminister und kurzfristige Kanzler Löger sehr treffend und brachte die Problematik auf den Punkt. Die Konkurrenz jenseits des Atlantiks oder in China ist vermutlich „amused“ über die Selbstzerstörungsaktionen des Mitbewerbers, doch die Potenziale für einen Stopp des Abstiegs wären nach wie vor vorhanden.
Mag. Martin Behrens, Wien
Erschienen am Sa, 11.7.2026
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