Das freie Wort

Friedensgespräche gefordert

Immer wieder wird die Forderung laut, die Ukraine müsse endlich Friedensgespräche aufnehmen, um den brutalen Krieg zu beenden. So verständlich diese Forderung auch ist: Einfach ist sie nicht zu erfüllen. Die Ukraine kämpft um das Überleben und den Weiterbestand des Landes. Russland hat große Teile dieses souveränen Landes okkupiert und versucht weiterhin, die Ukraine von der Landkarte zu löschen. Wladimir Putin will nur über Waffenstillstand und Friedensgespräche reden, wenn die durch seine Armee besetzten Gebiete der Ukraine an Russland abgetreten werden. Die Zurufe und Forderungen, Wolodimir Zelenskij solle doch endlich mit Putin verhandeln, bedeuten die Teilung der Ukraine und die Zustimmung zu Putins aggressiver Expansionspolitik. In seinen politischen Aufsätzen und Statements spricht Putin stets von der Wiedererrichtung eines großrussischen Reiches und der Rückführung ehemaliger russischer Republiken in dieses. Die Forderung nach Einstellung der Kämpfe mit anschließenden Friedensgesprächen ist verständlich, derzeit jedoch leider völlig unrealistisch – auch weil die Ukraine so wie jeder andere souveräne Staat das Selbstbestimmungsrecht hat. Die Staatengemeinschaft wiederum muss über Hilferufe aus der Ukraine entscheiden – also ob und wie diesem Land geholfen werden kann, damit es nicht von der Landkarte gelöscht wird. Dass Außenstehende – völlig Unbeteiligte – einem Volk, einem Land ausrichten, endlich dem Untergang des eigenen Landes zuzustimmen und die Aggressionspolitik Putins hinzunehmen, ist einfach unsolidarisch und nicht angebracht.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Sa, 3.8.2024

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