War die Friedenskonferenz wirklich ernst gemeint, oder hat man uns wieder nur etwas vorgegaukelt? Hat man nur so getan, als wollte man sich für einen Frieden in der Ukraine einsetzen? Mir erscheinen die Bemühungen sehr halbherzig. Sollten zu einer Friedenskonferenz nicht alle Kriegsparteien eingeladen werden? Friedensverhandlungen kann man nur führen, wenn man einander ernst nimmt – und nicht, wenn man einander provoziert. Wie wurden Kriege früher beigelegt? Man hat verhandelt, der Verlierer musste Einbußen hinnehmen, Gebiete abtreten, aber zumindest gab es wieder Frieden und Sicherheit für die überlebenden Bürger, sie konnten ihr Land wieder aufbauen, ihre Kinder konnten wieder zur Schule, es ging wieder aufwärts. Mir tut Zelenskij fast leid. Einst war er ein Mann, den außerhalb seines Landes niemand kannte, ein Schauspieler, kein Politiker, niemand mit Erfahrung, wie man einen Staat lenkt. Er mag ein Idealist mit Visionen sein, aber offenbar ist er ein Träumer, er kämpft einen Kampf wie David gegen Goliath, doch wird er seinen großen mächtigen Gegner niemals bezwingen können. Er ist zur Marionette anderer geworden. Wie ein Hampelmann hängt er an unsichtbaren Schnüren und tanzt nach der Pfeife Bidens, Macrons und anderer, die ebenso Nutzen aus diesem unseligen Krieg ziehen. Heute ist er der Präsident der Ukraine, man kennt ihn rund um den Erdball, aber ich frage mich, ob er sich nicht insgeheim wünscht, wieder der einfache Mann von früher zu sein, ohne die große Verantwortung, die er nun trägt. Irgendwann wird ihm jeder Fehler, den er heute macht, vorgeworfen, und es wird sich herausstellen, ob man ihn als großen Helden feiert.
Margit Binder, Lilienfeld
Erschienen am Do, 27.6.2024
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