Ich habe volles Verständnis für den Wunsch nach Work-Life-Balance oder einfach nach weniger Arbeiten. Ich hätte das auch gerne. Es sollte aber jedem, der mit diesen Wünschen sympathisiert, klar sein, dass in einer Gesellschaft mit immer mehr „Work-Life-Balancern“ und Teilzeitbeschäftigten die gesamte Wirtschaftsleistung unvermeidlich sinken wird. Das wird – gerade bei unserem progressiven Lohnsteuersystem – zur Folge haben, dass auch die gesamte Steuerleistung deutlich sinken wird. Das Niveau des staatlich finanzierten Wohlstandes und damit die staatlichen Transferleistungen werden geringer. Dies wird dann zwar als neoliberale Entsolidarisierung beklagt werden, aber ganz ehrlich, warum sollten die Leistungsträger, die auf Work-Life-Balance verzichten, bereit sein, den „Work-Life-Balancern“ ein angenehmes Leben zu finanzieren und noch höhere Steuern bezahlen, um deren Steuerentfall auszugleichen? Die Leistungsträger, die ohnehin kaum von staatlichen Transferleistungen profitieren, werden ihren Lebensstandard halten können. Die anderen leider nicht. Dann wird sich zeigen, wie ausgeprägt die Bereitschaft zu einer Verringerung des Lebensstandards zugunsten eines stressbefreiteren Lebens wirklich ist, oder ob dahinter nicht die Erwartungshaltung steht, die anderen sollten diesen Verlust gefälligst ausgleichen.
Mag. Christoph Kopf, Breitenfurt
Erschienen am Mi, 3.5.2023
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.