Das freie Wort

Handysucht – Hilfeschrei der Kinder und Jugendlichen!

Lehrer und Schulpsychologen schlagen Alarm. Tausende Kinder und Jugendliche haben Stress, schaffen die Routine des Alltags nicht mehr. Psychotherapeutische Einrichtungen sind restlos überlastet. Schulbesuch ist strukturierter, wertvoller, sozialer Erlebnisbereich. Die katastrophale psychische Verfassung vieler Kinder und Jugendlicher ist definitiv nicht dem Schulalltag geschuldet, sondern ist vielmehr in engem kausalem Zusammenhang mit exzessivem Handygebrauch der jungen Menschen zu sehen. Seien wir froh, dass für die Schule noch regelmäßig Hausübungen, hoffentlich mehrheitlich analog, zu erledigen sind. Ansonsten würden Kinder und Jugendliche noch mehr dem digitalen Überkonsum frönen. Selbst im ruralen Bereich sind 10- bis 14-Jährige in ihrer Freizeit kaum mehr im Freien anzutreffen. Der Großteil der Kids ist mehr oder weniger handysüchtig. Kinder und Jugendliche reden miteinander nicht mehr Face to Face, spüren einander kaum noch, blenden wann immer möglich Umgebung und Familie aus, kommunizieren beinahe ausschließlich in der virtuellen Spaß- und Scheinwelt. TikTok und digitale Videospiele haben die Regie übernommen. Eltern und Großeltern sind hilflos und verzagt, ihre Liebsten kommen ihnen zusehends abhanden – Isoliertheit, Entfremdung, Vereinsamung, Selbstwertverlust und psychische Erkrankungen sind logische Konsequenz. Auch ein Gutteil der Erwachsenen hat das teuflische vermeintliche „Kann-alles-Ding“ rund um die Uhr griffbereit. Kinderwagenschiebende „Handymütter“ allüberall, als nur ein Indiz fortgeschrittener Dekadenz und Totalver(bl)ödung der Gesellschaft. Mit dem Phänomen der Künstlichen Intelligenz (KI) und Textrobotik sowie den trendigen Smartwatches gewinnt die unheilvolle Entwicklung weiter rasend an Brisanz. Trotz Kommunikationsmöglichkeiten wie nie zuvor haben wir uns so wenig wie noch nie zu sagen!

Sepp Schnöll, Lehrer, Kuchl

Erschienen am Mo, 20.3.2023

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