Einige Printmedien befragen gerne das „Orakel von Delphi“ (gemeint sind Meinungsumfragen), wenn es um den aktuellen Popularitätsstatus einzelner Parteien und Politiker geht. Freudestrahlend werden dann die Zahlen im Plus-Minus-Bereich veröffentlicht und fast täglich revidiert. Die jüngsten Umfragewerte betreffen die Bundespräsidentenwahl, für die man dem amtierenden Präsidenten eine „gmahde Wiesn“ – von weit über 60% – prophezeit. Sechs Mitbewerber wollen ihn allerdings in eine Stichwahl zwingen. Auch die Tiroler Wahl hat die Meinungsforscher wieder einmal schlecht aussehen lassen. Vor allem der ÖVP und den Grünen hat man einen Totalabsturz prophezeit. Die beiden Parteien haben zwar Verluste hinnehmen müssen, aber diese waren nicht so enorm wie vorausgesagt! Wieder hat sich gezeigt, dass die Zahlen auf tagespolitische Ereignisse reagieren, aber daraus kann man noch lange keine Wahlergebnisse herauslesen! Meinungsforschung ist eben eine total unsichere Angelegenheit, zumindest kann sie zu einer solchen werden, wie zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit gezeigt haben. Ein langjähriger Statistiker der Uni Wien meinte zu diesem Thema, dass dafür vor allem die Österreicher selbst verantwortlich sind, weil die Institute nicht mehr ausreichend „Interviewpartner“ finden. Ich meine, dann sollte man vor einer Wahl auch derartige Ergebnisse zurückhalten, wenn sie so unsicher sind! Nach den ersten Hochrechnungen ist man plötzlich viel gescheiter, denn ein Meinungsforscher ist meiner Meinung nach ein „Wissenschafter“, der im Nachhinein ganz genau weiß, warum z. B. eine Wahl so ausgegangen ist, wie sie eben ausgegangen ist – und nicht so, wie er geglaubt hatte, dass sie ausgehen würde. Eigentlich sollten Meinungsumfragen Grundlage für Wahlprognosen sein, sie dienen aber eher dazu, Stimmung zu machen, als wirklich echte Fakten zu erarbeiten. Egal, wie die Meinungsforschungsinstitute heißen und wie sehr sie sich als unabhängig ausgeben, ihre Ergebnisse sind ganz einfach – mit wenigen Ausnahmen – ein Wunschdenken der Auftraggeber (z. B. der Parteien). Wie sagte einmal ein namhafter österreichischer Politiker über den Wert und die Bedeutung von Meinungsumfragen: „Parfums trinkt man ja nicht, sondern man riecht nur daran!“
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