Man soll einem Toten nichts Böses nachsagen, lautet eine alte Volksweisheit, aber eine freie Meinung über sein Lebenswerk sollte man sich schon bilden dürfen. Die aufsehenerregenden „Aktionskünste“ des Hermann Nitsch, die ihn bekannt gemacht haben, mögen viele als Kunst sehen, aber es muss auch erlaubt sein, diese Blutorgien als widerliches Spektakel zu bezeichnen. Wenn jetzt zum Andenken an den „großen Meister“ in Prinzendorf wieder blasphemisch in Blut und Därmen gewühlt wird, dann muss es schon erlaubt sein, festzustellen: Mit Kunst hat das nicht viel zu tun, Herr Nitsch – er möge friedlich ruhn!
Franz Weinpolter, per E-Mail
Erschienen am Do, 4.8.2022
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