Das freie Wort

Linke Träume

Frau Rendi-Wagner meint, dass wir die 4-Tage-Woche brauchen, weil es dadurch weniger Arbeit, mehr Glück, mehr Geld und mehr Produktivität geben soll. Unsere Heimat wurde mit einer 60-Stunden-6-Tage-Woche wieder aufgebaut, die dann zur 48-Stunden-Woche wurde. Wenn die These von Frau Rendi-Wagner stimmt, dass weniger Arbeit mehr Glück, mehr Geld und mehr Produktivität bringt, so wäre der maximale Erfolg bei einer Null-Stunden-Arbeitswoche zu finden – was sich mit der linken Forderung nach arbeitslosem Grundeinkommen für alle deckt. Wer dann allerdings die Arbeit macht, die Wirtschaft am Laufen hält und den Staat finanziert, das verraten uns die linken Träumer leider nicht. Da kommt dann vermutlich wieder die Forderung der JUSOS: Schlachtet die Reichen und von den gemäßigteren Linken die Forderung nach einer Vermögenssteuer. Nur eines fehlt immer: Die Forderung nach einer vernünftigen Besteuerung gewisser Konzerne, die ihre Milliarden-Gewinne in Steuerparadiese verschieben. Offenbar will man sich nicht mit den Milliardären anlegen, von denen man vielleicht einen „Versorgungsposten“ als Danke für das Schweigen bekommen kann. Ich kenne sehr viele Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten und kann eines mit Sicherheit feststellen: Alle, die es zu etwas gebracht haben, arbeiten länger als 38 oder 40 Stunden in der Woche – sehr oft doppelt so lange. Dafür wird man aber in Österreich bestraft, und diese fleißigen Menschen erhalten mit ihren Abgaben und Steuern den Staat. Dass die Nichts- oder Minderleister in unserer Gesellschaft die gleichen Rechte haben wie die, die den Staat finanzieren, ist eigentlich falsch. Man müsste die Stimmen beim Wahlrecht nach der Steuerleistung der Wähler gewichten. Man kann davon ausgehen, dass der, der mehr Steuern bezahlt, tüchtiger ist als der Minderleister oder gar der Sozialschmarotzer. Die Linken können immer nur Forderungen stellen – auch nach neuen oder höheren Steuern – aber woher das Geld kommen soll, darum sollen sich die anderen kümmern, sie verteilen lieber Zuckerln an Illegale und Schmarotzer. Zur Klarstellung: Wer unverschuldet arbeitslos wird, dem muss geholfen werden – aber das sollte die Ausnahme sein und kein Lockmittel für die Massenzuwanderung ins Sozialsystem.

Stephan Pestitschek, Strasshof

Erschienen am Fr, 10.6.2022

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