Italien scheinbar ein ewiges Sorgenkind bezüglich seiner Schuldenpolitik, aber auch instabiler Regierungen, könnte durch eine generöse Finanzpolitik der EU kurzfristig saniert werden. Zurzeit verzeichnet Italien vor Corona eine Verschuldung von 112% des BIP, befürchtet wird nach Corona eine weitere kräftige Steigerung dieser Verschuldung. Trotz dieser Schuldenpolitik scheint der italienische Bürger gut bedient zu sein, Förderungen, günstige Kredite und eine nachhaltige Steuerpolitik ermöglichten es laut einer kürzlich erschienenen Statistik, dass jeder Italiener durchschnittlich ein Privatvermögen von 100.000 Euro erwerben konnte. Der deutsche Staatsbürger, das Sinnbild von Fleiß, Sparsamkeit und technischer Spitzenleistungen, besitzt bei einer Staatsverschuldung von 60% des BIP nur 35.000 Euro an Privatvermögen, vermutlich gilt dies auch für Österreich bei einer Verschuldung von 67%. Nun sollen diese wesentlich ärmeren Bürger ihren in Saus und Braus lebenden Europartnern mit kräftigen Finanzhilfen helfen, diesen lockeren Lebensstil zu verlängern. Hier müsste man eigentlich von Italien und den Italienern Solidarität erwarten und Anpassungen an Mitteleuropa durchführen.
Anton Kreitner, Wien
Erschienen am Do, 4.6.2020
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