Am Beispiel eines Bundes Radieschen, der im Supermarkt 80 Cent kostet, wurde in der ORF-Sendung ECO vorgerechnet, wie viel bzw. wenig wer vom Verkaufspreis bekommt. Ahnend, dass für einen Erntearbeiter am wenigsten und für den Handel am meisten abfallen wird, haben mich die nackten Zahlen doch überrascht. Mit 39 Cent holt sich der Handel fast die Hälfte des Preises, an Steuern hebt der Staat 8 Cent ein, sodass für den Bauern 30 Cent und für den Erntearbeiter nur 3 Cent verbleiben. Nach Abzug aller Kosten für die Feldbearbeitung, Aussaat, Aufzucht und Pflege, Ernte und Transport zum Abnehmer verbleibt dem Produzenten so wenig, dass die meisten kleineren und mittleren Erzeuger davon nicht mehr leben können und es nur noch Bauern mit großen Flächen in einer Massenproduktion gerade noch schaffen, ihre Existenz abzusichern. Aber auch diese bäuerlichen Betriebe werden von noch größeren verdrängt, wenn Gemüsegroßhändler direkt, wie in Bad Blumau, in die Eigenproduktion von Tomaten, Paprika, Gurken und neuerdings auch von Radieschen einsteigen. Aber ein Unglück kommt selten allein: Denn dass in Österreich fast niemand bereit ist, als Erntehelfer zu arbeiten, wundert mich nicht, wenn von den 80 Cent, die ein Konsument bezahlt, bloße 3 Cent auf den Erntearbeiterlohn entfallen. Bei Stundenlöhnen um die 7 Euro kann in Österreich niemand leben. Noch dazu, wenn wegen des Arbeitskräftemangels, begrenzter Reifezeit und Wetterabhängigkeit den Helfern Akkordarbeit bei teilweise sehr langen Arbeitszeiten abverlangt werden. Hohe Abzüge für Mieten in beengten Unterkünften werden hoffentlich die Ausnahme sein. Wären die Handelsketten bereit, von den bisherigen 39 Cent nur 9 Cent mehr an die Bauern „abzugeben“, könnten diese davon z. B. 4 Cent an die Arbeitskräfte weitergeben und wären so in der Lage, Löhne zu zahlen, wie sie in anderen Branchen gezahlt werden. Der Arbeitskräftemangel und übermäßig lange Arbeitszeiten ließen sich beheben – ohne dass der Handel den Konsumenten höhere Preise anlasten müsste. Dass neben Ärzten, Pflegepersonal, Verkäuferinnen auch Landarbeiter für unsere Versorgung wichtig sind und Löhne bekommen müssen, von denen sie auch leben können, sollte der Politik und den übermächtigen Konzernen seit Corona endlich bewusst werden.
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