Das freie Wort

Zur Flüchtlingssituation

An unsere Politiker fast jeder Couleur und besonders jene, die gutmenschlich entsetzt aufschreien! Ihr alle tragt daran Mitverantwortung. Die Situation in Griechenland und in der Türkei ist seit Monaten, um nicht zu sagen Jahren, bekannt. Was ist geschehen? Nichts. Keinen Ton hat man die letzten vier Jahre gehört. Ihr habt euch auf „Mutti“ Merkel verlassen, die nach den folgenreichen drei Worten „Wir schaffen das“ 2015 im nächsten Jahr gleich den nächsten kapitalen Fehler beging. Ein Flüchtlingsdeal mit Sultan Erdoğan – und diesem damit einen Freibrief ausstellt. Das hat wohl das Gewissen beruhigt. Das Problem wurde ausgelagert, vertagt, verdrängt – aber nicht gelöst. Ganz im Gegenteil, wie man jetzt sieht. Wo waren die europäischen Sanktionen nach seinem Einmarsch in Syrien? Ging nicht, wegen des Flüchtlingsdeals. Milliarden wurden gezahlt, was ist damit geschehen? Ist das Geld bei den Flüchtlingen angekommen, oder wurde es für Waffen und Krieg verwendet? Wer weiß das schon, genauso wenig, ob die türkische Vorgangsweise nicht von langer Hand so geplant war. Erdoğan scheint um ein ganzes Stück smarter zu sein als unsere so klugen EU-Bosse. Ihr habt die Griechen alleine gelassen mit den Menschen auf ihren Inseln. Jetzt kommt große Empörung, weil die Hellenen machen, was sie sollen. Nämlich die EU-Außengrenze zu schützen, was ihr in all den Jahren nicht zustande gebracht habt. Keine einzige vernünftige Lösung wurde präsentiert und schon gar nicht umgesetzt. Gesetze wurden nicht an die aktuellen Voraussetzungen angepasst. Liebe Politiker, ungelöste Probleme fallen einem irgendwann auf den Kopf, mit Sicherheit dann, wenn man es am wenigsten braucht. Liebe Politiker, die ihr jetzt Frauen und Kinder aufnehmen wollt – und was dann? Natürlich ist hier einzugreifen – endlich einmal. Aber bitte macht nicht wieder dieselben Fehler. Irgendwann sollte man nämlich aus selbigen lernen.

Edith Mauritsch, per E-Mail

Erschienen am Di, 10.3.2020

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