Im Jahr 2016 gab es mit dem ersten Teil der Bildungsreform einen Schritt in die richtige Richtung, und es wäre wünschenswert, dass sich die Schule an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Doch mit dem Regierungswechsel im Herbst 2017 wurde eine Trendwende eingeläutet, die Bildung wieder zu einem Privileg macht und sich nur an den Interessen der Wirtschaft und nicht an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Vor allem Familien mit geringerem Einkommen werden von familienfeindlichen Maßnahmen wie der Kindergartengebühr massiv getroffen. Doch auch der sogenannte Mittelstand darf mitzahlen, damit sich auf Kosten der Familien die Steuerzuckerln und Geschenke für die großen Unternehmen und Top-Verdiener finanzieren lassen. Stichwort KTM-Museum! Dafür fehlen Milliarden für Kindergärten und Schulen. Kürzlich wurde eine große Elternumfrage veröffentlicht, die belegt, was offensichtlich ist: Fast 90% der befragten Familien wünschen sich den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, einen kostenfreien Kindergarten sowie eine kostenfreie Ganztagsschule, damit unsere Kinder überall gut betreut sind. Es braucht umfassende Angebote für alle Kinder, unabhängig vom Kontostand der Eltern. Lernen soll den Kindern Spaß machen, begleitet von gut ausgebildeten und fair bezahlten Pädagogen. Hier braucht es einen echten Systemwechsel, keine „Reformen“, die ein altes verstaubtes System mit noch mehr Hürden versehen. Jede Maßnahme, die Druck von Kindern nimmt und ihnen mehr Freude am Lernen bereitet, ist gut und sollte nicht verhindert werden.
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