Der 7. Oktober 2023 hat sich unauslöschlich ins Gedächtnis Israels eingebrannt. Mehr als 1200 Menschen wurden ermordet, 251 als Geiseln nach Gaza verschleppt. Kinder, Frauen, Männer und Alte wurden gejagt, gefoltert und getötet, Familien ausgelöscht, Häuser zu Tatorten. Das war kein „Widerstand“. Das war geplanter Terror, kaltblütig, gnadenlos, barbarisch. Jahrzehnte von Krieg, Vertreibung, Besatzung, Terror und gescheiterten Friedensversuchen haben tiefe Wunden hinterlassen. Am 7. Oktober um 6.29 Uhr wurde aus einem Morgen ein Inferno. Für Juden in Israel und weltweit wurden dabei alte Narben sichtbar. Erinnerungen an Verfolgung, Deportation und die Ermordung von Juden in den Konzentrationslagern der Nazis. Der 7. Oktober war nicht die Shoah, doch der Massenmord und die Bilder von Menschen, die sich wieder verstecken mussten, trafen ein historisches Trauma. Drei Jahre später darf dieses Gedenken nicht zur politischen Waffe werden. Wir müssen der Opfer gedenken, die Geiseln niemals vergessen und das Hamas-Massaker klar benennen. Zugleich gilt: Israel hat ein Recht auf Sicherheit, Palästinenser auf Würde und eine Zukunft. Zwischen diesen Rechten darf kein Platz für Fanatismus und Hass sein. Den 7. Oktober darf man niemals entschuldigen. Wir müssen uns erinnern, damit aus Wunden von gestern nicht der Hass von morgen wird.
Alessandro Ferrari, Wien
Erschienen am Do, 8.10.2026
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