22.01.2008 08:11 |

"Dialog fördern"

Annan startet Vermittlungsversuch in Kenia

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan startet am Dienstag seine Vermittlungsbemühungen im krisengeschüttelten Kenia. Sein Ziel sei es, vor Ort den Dialog zwischen der Regierung und der Opposition weiter zu fördern, teilte das Außenministerium in Nairobi mit. Diplomaten hoffen, dass es dem Afrikaner Annan gelingt, beide Seiten nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki auf eine Teilung der politischen Macht und in der Folge möglicherweise zu Neuwahlen zu verpflichten.

Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht: Die Opposition mit ihrem unterlegenen Spitzenkandidaten Raila Odinga hat internationalen Vermittlungsbemühungen zwar im Grundsatz zugestimmt. Odinga sieht sich aber als rechtmäßigen Sieger der Wahl vom Dezember. Auf der anderen Seite haben Vertreter der harten Linie um Kibaki die Initiative Annans von Anfang an abgelehnt. Schon Vermittlungsbemühungen des Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), John Kufuor, waren unlängst gescheitert.

Ungeachtet internationaler Vermittlungsbemühungen kommt es in Kenia weiter zu ethnischen Gewaltausbrüchen. Die Zeitung "Daily Nation" berichtete am Dienstag, seit Sonntag seien in verschiedenen Landesteilen mindestens zehn Menschen getötet worden, einige von ihnen mit Macheten, andere mit Pfeilen und Speeren. In einem Krankenhaus der Hauptstadt Nairobi wurden allein am Montag 13 Menschen mit Machetenwunden zur Behandlung gebracht.

Bei den landesweiten Ausschreitungen nach der auch international kritisierten Wahl sind nach offiziellen Angaben bisher mehr als 650 Menschen ums Leben gekommen, rund 250.000 wurden vertrieben.

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