21.01.2008 12:38 |

Wahl in Serbien

Nikolic gegen Tadic in Präsidenten-Stichwahl

Der serbische Präsident Boris Tadic muss nach dem unerwartet starken Abschneiden seines nationalistischen Gegenkandidaten Tomislav Nikolic in der ersten Runde der Präsidentenwahl um sein Amt zittern. Nikolic erreichte mit 1,5 Millionen Stimmen um 200.000 Stimmen mehr als von den Meinungsforschern prognostiziert und entschied sogar in der bisherigen Hochburg der Demokratischer Partei (DS) von Tadic, der Hauptstadt Belgrad, das Rennen für sich. Und das bei einer für serbische Verhältnisse äußerst hohen Wahlbeteiligung von rund 61 Prozent.

Die Stichwahl zwischen Tadic und Nikolic werde ein „Referendum über die Europäische Union“ werden, sagte der serbische Außenminister Vuk Jeremic in der Wahlnacht optimistisch. Er rechnet offenbar damit, dass die Serben mehrheitlich eine EU-Annäherung wünschen.

Viele Serben bringen die Europäische Union jedoch mit Visumzwang, niedrigem Lebensstandard und dem Verlust des Kosovo in Verbindung, weswegen keineswegs sicher ist, dass dieses Referendum zugunsten des EU-Befürworters Tadic ausgehen wird. Dagegen haben die engen Kontakte Serbiens zu Russland, mit denen Nikolic um Wählerstimmen wirbt, für so manchen Durchschnittsbürger in Serbien eine geradezu mythische Bedeutung.

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