Kracher in der Hand

Fünfjähriger sprengt sich drei Finger weg

Österreich
21.01.2008 12:07
Ein fünfjähriger Bub hat sich am Sonntag in der Südsteiermark bei der Explosion eines Böllers drei Finger teilweise weggesprengt. Der kleine Marco befand sich in der Obhut der Großeltern, griff in einem unbeobachteten Moment zum Feuerzeug und zündete den Böller an. Der Rettungshubschrauber Christophorus 12 brachte das Kind in die Kinderklinik Graz.

Der Unfall ereignete sich laut Polizei gegen Mittag in der Wohnung der Großeltern in Spielfeld im Bezirk Leibnitz. Da der Bub am Montag seinen fünften Geburtstag feierte, wollte sein Großvater mit ihm gemeinsam den Böller, den der Bub vom Großonkel geschenkt bekam, zünden. Als der Mann kurz in den Keller ging, um etwas zu holen, griff der Bub selbst zum Feuerzeug, das er sich aus der Handtasche seiner Großmutter geholt hatte.

Finger im Hubschrauber mitgenommen
Die Großmutter hielt sich zum Unfallzeitpunkt in der Küche auf und bereitete gerade das Mittagessen zu, als sie zuerst den lauten Knall und dann das Schreien des Buben hörte. Marco hatte durch die Explosion schwere Verletzungen an der linken Hand erlitten. Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger wurden ihm teilweise weggesprengt. Außerdem hat er Verbrennungen im Brustbereich davongetragen.

Laut ÖAMTC hat man die abgetrennten Finger mit ins Krankenhaus genommen, im Bericht der Sicherheitsdirektion Steiermark heißt es jedoch: "Aufgrund der schweren Verletzungen sind vermutlich Teilamputationen der Finger der linken Hand erforderlich." Aus dem LKH Graz heißt es, der Bub werde von einem Chirurgenteam operiert.

"Mega-Petard Kracher"
Der Böller war laut Polizei ein "Mega-Petard Kracher, pyrotechnischer Gegenstand der Klasse II". Knallkörper der Klasse II gelten im Gesetz als "Kleinfeuerwerk", dürfen nur von Personen über 18 Jahre gekauft werden und nicht im Ortsgebiet - abgesehen von Ausnahmen wie zu Silvester, etc. - abgefeuert werden.

Symbolbild

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