Brutal misshandelt

Eltern von gefoltertem Mädchen hingerichtet

Ausland
17.01.2008 18:27
Vor den Augen Hunderter Schaulustiger ist im saudi-arabischen Mekka ein Ehepaar hingerichtet worden, das ein neunjähriges Mädchen zu Tode gefoltert hatte. Die Menge rief "Allahu akbar" (Gott ist groß), als der Vater des Kindes so lange mit dem Schwert geschlagen wurde, bis er starb. Die Stiefmutter des Mädchens wurde enthauptet.

Auf dem Hinrichtungsplatz neben der Sajjida-Aischa-Moschee in Mekka habe großes Gedränge geherrscht, als die beiden Verurteilten nach dem Gebet von den Justizbeamten gebracht worden seien, berichtete die saudische Zeitung "Okaz" am Donnerstag. Der Fall der kleinen Ghusun, die von ihrem Vater und seiner zweiten Frau ein Jahr lang gequält worden war, hatte in Saudi-Arabien für großes Aufsehen gesorgt.

Unvorstellbare Misshandlungen
Das Kind sei Angaben von Krankenhausärzten und Ermittlern zufolge von seinem Vater mit Ketten und Eisenstangen geschlagen worden. In einem besonders schlimmen Fall ließ er das Mädchen, festgekettet an eine Fensterbank, drei Tage lang ohne Nahrung und Wasser allein. Ein anderes Mal übergoss er das Gesicht seiner Tochter mit Kerosin und fügte ihr Verbrennungen an den Beinen zu oder fuhr sie absichtlich mit dem Auto an. 

"All dies hat er getan, weil er den Verdacht hatte, dass Ghusun nicht seine rechtmäßige Tochter war", hieß es aus dem Innenministerium.

In erster Instanz zu fünf Jahren verurteilt
Der Vater wurde in erster Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Doch die Mutter des Mädchens forderte ein Berufungsverfahren. Im April 2007 wurden die beiden Angeklagten zum Tode verurteilt. Das Oberste Gericht des islamischen Königreichs bestätigte das Urteil im vergangenen Monat.

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