14.01.2008 16:27 |

Verbrechenszahlen

Anstieg der Straftaten in Österreich

Die Zahl der Straftaten und auch die Aufklärungsquote sind in Österreich 2007 minimal gestiegen. Mit 594.240 Delikten wurden gegenüber 2006 um 0,8 Prozent mehr Fälle angezeigt, 39,4 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte) davon konnten gelöst werden. Deutliche Rückgänge wurden vor allem bei Pkw- (minus 21,4 Prozent) und Taschen-Diebstählen (rund minus 15 Prozent) verzeichnet, so die jährliche Statistik des Innenministeriums. Enorme Zunahmen gab es hingegen bei der Jugendkriminalität (plus 15,3 Prozent) sowie bei Sittlichkeitsdelikten (plus 9,6 Prozent), insbesondere der Kinderpornografie.

Die Steigerung der Straftaten hat sich vom Jahresbeginn (Jänner plus 10,8 Prozent) bis Dezember (plus 0,8 Prozent) immer weiter reduziert. 2006 gab es insgesamt 4.745 Anzeigen weniger, eine Aufklärungsquote von über 40 Prozent, die man zuletzt 2002 verzeichnet hatte, wurde 2007 knapp verfehlt. "Das vergangene Jahr hat bewiesen, dass die österreichische Polizei schnell, flexibel und vor allem erfolgreich auf neue Herausforderungen reagiert", kommentierte Innenminister Günther Platter am Montag in einer Aussendung die Zahlen.

Doppelt so viele Kinderporno-Vergehen
Zu den Sorgenkindern der Exekutive zählen die Sittlichkeitsdelikte. Vor allem Straftaten mit Kindern und Jugendlichen als Opfer weisen rasante Zunahmen auf: Mit 490 Anzeigen haben sich die Vergehen nach dem Kinderpornografie-Paragraf (207a StGB) im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Bei Verbrechen nach dem selben Gesetz, die schwerer geahndet werden, gab es eine Steigerung von 75 Prozent. Auch bei Fällen von sexuellem Missbrauch Jugendlicher verzeichnete man ein Plus von 43,9 Prozent.

Explosion der Jugendkriminalität
Besonders negativ ist die Entwicklung der Jugendkriminalität, die mit einer Summe von 33.068 Verdächtigen zwischen 14- und 18 Jahren seit 2001 um mehr als 50 Prozent zugenommen hat. In Salzburg gab es 2007 eine enorme Steigerung um 26,7 Prozent gegenüber 2006. In fast allen Bundesländern liegen die Zuwächse knapp über 20 Prozent. Ein Rückgang von 0,1 Prozent wurde lediglich in Wien verzeichnet.

Diebstähle und Einbrüche gehen zurück
Die Diebstähle gingen in ganz Österreich insgesamt um 3,6 Prozent zurück, die Zahl der Einbrüche hat sich um 1,1 Prozent reduziert. Die hohe Anzeigezahl beim Diebstahl von Mobiltelefonen wurde um knapp 6.400 Delikte reduziert. Im Bereich Stalking gab es um 1.671 Fälle mehr als 2006, dies wird auf die Einführung neuer Straftatbestände zurückgeführt.

Weniger Delikte und eine gesunkene Aufklärungsquote zeigt die Statistik für das Bundesland Wien und die Steiermark. In Kärnten stieg die Zahl der Anzeigen, während die Klärungsrate sank. Positiv ist der Trend hingegen in Salzburg: Die Zahl der Anzeigen ging insgesamt um 0,28 Prozent zurück, geklärt wurden allerdings 11,41 Fälle mehr als 2006.

Beste Aufklärungsquote in Vorarlberg, schlechteste in Wien
Die beste Aufklärungsquote von 54,89 Prozent gab es in Vorarlberg, die schlechteste in Wien: Nur 28,8 Prozent der angezeigten Straftaten wurden geklärt, das ist ein Rückgang von 0,35 Prozent. Neben der Bundeshauptstadt und Salzburg verzeichnete das Innenministerium in allen Bundesländern eine Rate über der 40 Prozent-Marke.

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