11.01.2008 12:33 |

2 Millionen fehlen

Spanische Hofreitschule in Wien in Geldnot

Die Spanische Hofreitschule in Wien ist in finanziellen Schwierigkeiten, der Rechnungshof kritisiert das hohe Defizit. Geschäftsführerin Elisabeth sagt, sie wurde vom Reformbedarf überrascht. Nun will sie die Kosten - etwa beim Personal - minimieren und die Erlöse maximieren. "Die Bereiter sind gar nicht begeistert", räumte sie ein.

"Ich bin gekommen, nicht wissend, dass solche Dinge in Angriff zu nehmen sind", so die Chefin des Hotels Sacher und langjährige Opernball-Organisatorin. Nun liege aber der Rechnungshof-Rohbericht vor, der der Wiener Institution für 2007 ein Defizit von 1,9 Mio. Euro attestiert: "Den kann ich nicht links liegen lassen." Ausgeglichen wurde dies im Vorjahr nur durch einen Grundstücksverkauf, der 800.000 Euro einbrachte.

Keine Schließung
Existenziell gefährdet oder gar von Schließung bedroht sei die Institution jedenfalls keineswegs: "Um Gottes Willen, das geht doch gar nicht." Sie werde alles tun, um das Minus zu minimieren, sei aber die erste, die am unter Verweis auf die Umwegrentabilität auch einen verbleibenden Fehlbetrag verteidigen würde. Im Bundesgestüt Piber seien bereits strukturelle Maßnahmen getroffen worden, in der Hofreitschule sei dagegen bisher "nicht sehr viel" passiert.

2001 ausgegliedert
Die Spanische Hofreitschule war 2001 aus dem Landwirtschaftsministerium ausgegliedert worden, blieb aber ein Zuschussbetrieb. Aufgrund zunehmender Finanzprobleme wurde 2005 der Vertrag von Direktor Werner Pohl nicht mehr verlängert und die Leitung an Geschäftsführer Armin Aigner übertragen.

Im Oktober 2007 wurde auch Aigners vorzeitiger Rückzug verkündet, allerdings versehen mit einer Positivbilanz: Nach einem Minus von 3,4 Mio. Euro 2004 und 3,9 Mio. Euro 2005 habe er im ersten Halbjahr 2007 für ein Plus von 195.000 Euro in Wien und Piber gesorgt. Die Aufgabe der Sanierung sei deshalb in wechselseitiger Zufriedenheit abgeschlossen worden, wurde nur wenige Monate vor Bekanntwerden der RH-Prüfergebnisse betont.

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