11.01.2008 23:05 |

Kostenexplosion

Tschad-Einsatz wird 50 Millionen Euro kosten!

Pannen, Verzögerungen und explodierende Kosten! Während jetzt endlich ein Datum für den Start der Tschad-Mission bekannt wurde (es ist der 29. Jänner), kommen nun die wahren Kosten für den Einsatz im afrikanischen Kriegsgebiet ans Licht. Das Projekt dürfte bis zu 50 Millionen Steuergeld verschlingen.

Tausende Kindersoldaten mit abgesägten Flinten und unberechenbare Reitermilizen, die auch vor Zivilisten in Krankenhäusern keinen Halt machen - während im ostafrikanischen Kriegsgebiet die Lage Tag für Tag aufs Neue eskaliert, verhandelten Freitag hochdekorierte Offiziere aus ganz Europa bei einer Tschad-Konferenz in Paris. Im Kommandogebäude wurden die letzten Details über Truppenstärke, Helikopter und Zelte finalisiert.

Heeres-Experte: "Es ist mit toten Kameraden zu rechnen!"
In Österreich fand indes ein hochrangiger Sicherheitsexperte des Heeres, der aus dienstrechtlichen Gründen nicht genannt werden möchte, deutliche Worte: "Im Tschad herrscht offener Krieg. Viele junge Soldaten wissen nicht, worauf sie sich da einlassen." Und dann der alarmierende Satz: "Es ist definitiv mit toten Kameraden zu rechnen."

Dutzende Särge mit an Bord
Auch Gerüchte, mit an Bord der Flugzeuge seien auch Dutzende Särge, werden von ihm bestätigt. Stellungnahme aus dem Verteidigungsministerium von General Segur-Cabanac: "Derartige Themen sind nicht geeignet, um in der Öffentlichkeit kommuniziert zu werden."

Warum der Tschad-Einsatz so teuer wird
Aber nicht nur gefährlich, sondern auch sehr teuer wird das Abenteuer in Afrika. Mit bis zu 50 Millionen haben die Steuerzahler zu rechnen. Der Sicherheitsexperte erklärt, warum:

  • Vor Ort ist keine Infrastruktur vorhanden.
  • Ein Drittel der Kosten geht für den Truppentransport drauf. Etwa eintausend Tonnen Fracht müssen mitgenommen werden.
  • Es muss zusätzliche Ausrüstung angekauft werden, und die Personalkosten explodieren wegen der vielen Verzögerungen.
  • Da im Tschad Anarchie herrscht, wird damit gerechnet, dass die Mission auf ein Jahr verlängert wird.

Bemerkenswert ist unter anderem auch die Stellungnahme des Außenministeriums zum Missions-Start: Während Plassnik-Sprecher Martin Gärtner zunächst gar nichts sagen wollte, hieß es am Ende lapidar: "Die Einschätzung hat sich nicht geändert!"

Von Gregor Brandl und Michael Pommer, Kronen Zeitung

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