"Das ist ein Umweltskandal erster Ordnung", stellte die für den Umweltschutz zuständige Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz am Donnerstag fest. Eine derart enorme Menge an Treibstoff "versickert nicht einfach so, das hätte man früher bemerken müssen", meinte sie im Gespräch mit dem ORF-Kärnten. Sie äußerte auch den "dringenden Verdacht", dass seitens der OMV "Informationen zurückgehalten wurden".
OMV leitete Sanierung ein
Der Erdölkonzern versicherte demgegenüber, man habe am 17. Dezember bemerkt, dass Benzin versickert sei, sofort Untersuchungen eingeleitet und zwei Tage später die Behörden informiert. Nunmehr sei eine Spezialfirma damit beauftragt worden, den Schaden zu begrenzen und die Sanierung des Erdreiches und des Grundwassers vorzubereiten. Luftmessungen von Sachverständigen hätten keine Explosionsgefahr ergeben, womit auch keine Gefahr für die Anrainer gegeben sei, hieß es in einer Aussendung.
Defekte Dichtung für Benzinaustritt verantwortlich
Als Ursache für den Benzinaustritt sei eine defekte Dichtung (Ovalflansch) eines Tanks konstatiert worden. Deswegen seien rund 100.000 Liter Treibstoff ins Erdreich und ins Grundwasser am Tankstellengelände gelangt. "Die OMV bedauert den Vorfall und wird alle notwendigen Schritte zur vollständigen Sanierung setzen", wurde versichert. Die Kosten dafür werden auf eine Million Euro geschätzt.
Für Grüne hat die Stadtpolitik versagt
Für die Kärntner Grünen ist der Umweltskandal ein Beweis für das Versagen der Stadtpolitik. Landessprecher Rolf Holub erklärte am Donnerstag, der Treibstoff fließe seit Wochen aus, Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP) und Umweltstadträtin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) seien jedoch untätig gewesen.
Seit Wochen werde immer wieder über den Gasgeruch bei der Tankstelle berichtet, Scheucher und Mathiaschitz hätten jedoch nicht reagiert, kritisierte Holub in einer Aussendung. Die beiden hätten daher den Skandal mit zu verantworten. Holub: "Daher werden die Grünen prüfen, ob Scheucher und Mathiaschitz und weitere verantwortliche Beamte auch wegen Amtsmissbrauch, Gemeingefährdung und Beeinträchtigung der Umwelt belangt werden können."
Mathiaschitz wiederum beschwerte sich, dass man seitens der OMV die Dimension der Causa offenbar heruntergespielt habe. "Ursprünglich war überhaupt nur von 2.000 Liter Benzin die Rede", sagte die Stadträtin.










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