Im Jahr 2000 kam der Angolaner nach Österreich und suchte um Asyl an, erzählte Chefinspektor Johann Saler. Er heiratete eine Österreicherin und zeugte mit ihr ein Kind. Nach drei Jahren habe er die Staatsbürgerschaft erhalten und sich sofort scheiden lassen, so der Beamte. Doch zuvor holte er unter Mithilfe seiner späteren Ex-Frau seine Tochter Isabelle aus seiner Heimat nach Österreich, die als Asylwerberin bei ihm lebte und hier in die Volksschule ging, bis auch das Kind die Staatsbürgerschaft bekam.
Gegen anderes Mädchen getauscht
Doch im vergangenen Sommer meldete der 31-Jährige Isabelle von der Schule plötzlich ab. Ihr gefalle es nicht so gut, und sie fühle sich nicht so gut integriert, lautete die Begründung. Eine Wahrnehmung, die Mitschüler und Lehrer des Mädchens nicht machten, so Saler. Wenig später dürfte Isabelle mit ihrem Vater nach Südafrika geflogen und dort ihrem Großvater übergeben worden sein. Im Gegenzug übernahm der 31-Jährige ein anderes Mädchen, vermutlich die Tochter seines Bruders, und brachte sie unter Isabelles Namen nach Österreich. In Wien meldete er die Zehnjährige für die vierte Klasse einer anderen Volksschule an.
Die echte Isabelle will zurück nach Wien
Deren Lehrer wunderten sich, dass eine Viertklasslerin kein Wort Deutsch sprach. Recherchen ergaben, wo die angebliche Isabelle früher zur Schule gegangen war. Man arrangierte eine Stunde mit der früheren Lehrerin des Mädchens. Als die falsche Isabelle überhaupt nicht auf die ihr doch angeblich bekannte Lehrerin reagierte, schöpfte man Verdacht. Warum der Austausch erfolgt ist, sei unklar. Die richtige Isabelle hat sich laut Fremdenpolizei inzwischen bei ihrer ehemaligen Lehrerin gemeldet. Sie sei gegen ihren Willen nach Südafrika gereist und ausgetauscht worden und vermisse ihre Klasse. Das Mädchen will unbedingt in Wien weiter zur Schule gehen.
Unterdessen hatte sich die Fremdenpolizei in den Fall bereits eingeschaltet. Weitere Recherchen ergaben, dass Isabelles Vater mittlerweile eine Nigerianerin geheiratet hatte, Saler zufolge vermutlich eine Scheinehe. Die Frau sei nicht auffindbar, so der Chefinspektor. Im Jahr 2005 dürfte der 31-Jährige auch seine angolanische Lebensgefährtin - Isabelles Mutter - nach Österreich geholt haben. Im November 2005 stellte diese einen Asylantrag, im März 2006 bekam sie von Isabelles Vater ein Kind. Laut Saler gebe es einen Zeugen, der das Paar bereits im Juni 2005 am Donauinselfest gesehen habe.
Dem 31-Jährigem blüht jetzt eine Anzeige wegen des Verdachts des Betruges und der Erschleichung von Aufenthaltstiteln.









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