"Ein Fehler"

Bush: "Hätten bei Auschwitz bombardieren sollen"

Ausland
12.01.2008 16:22
Mehr als sechs Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat US-Präsident George W. Bush Fehler der damaligen US-Regierung eingeräumt. Während einer Führung durch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Video oben) in Jerusalem unterhielt Bush sich mit Außenministerin Condoleezza Rice darüber, warum die USA während des Zweiten Weltkrieges nicht die Zufahrtswege zum Konzentrationslager Auschwitz zerstörten, berichtete der Vorsitzende des Holocaust-Zentrums Avner Shalev am Freitag. "Wir hätten bombardieren sollen", sagte Bush.

Zuvor hatte sich der Präsident Luftaufnahmen des Konzentrationslagers angesehen, die damals von US-Flugzeugen gemacht wurden. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der NS-Zeit, dort kamen nach Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ums Leben.

Bush den Tränen nah
Während der einstündigen Führung durch Yad Vashem sei Bush zweimal den Tränen nahe gewesen, sagte Shalev. In einer kurzen Rede rief der US-Präsident zu mehr Zivilcourage gegen Gewalt und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf. Die Holocaust-Gedenkstätte sei eine ernüchternde Erinnerung, dass "das Übel" noch existiere und dass man dagegen Widerstand leisten müsse.

"Gott segne Israel"
"Am meisten hat mich beeindruckt, dass Menschen angesichts des Horrors und des Bösen ihren Gott nicht aufgegeben haben. Angesichts unaussprechlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben mutige Seelen sich für das starkgemacht, woran sie glaubten", sagte Bush. Ins Gästebuch von Yad Vashem schrieb der Präsident die Worte: "Gott segne Israel."

Die Gedenkstätte war am Freitag für die Öffentlichkeit geschlossen, der Besuch fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bush wurde unter anderem vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert begleitet. Es war Bushs zweiter Besuch in Yad Vashem nach 1998, damals war er Gouverneur von Texas.

Besuch am See Genezareth
Anschließend reiste der US-Präsident zu den biblischen Stätten in Galiläa. Zu seinen Stationen zählten der See Genezareth und der Ort, an dem Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll.

In Ramallah im Westjordanland hatte Bush den Palästinensern Unterstützung bei der Bildung eines eigenen Staates zugesagt. Er rechne binnen eines Jahres mit einem unterschriebenen Nahost-Friedensvertrag, sagte Bush. Er sei überzeugt, dass ein Abkommen bis zum Ende seiner Amtszeit im Jänner 2009 gelingen werde.

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