Rekordhoch

Einzelner Händler trieb Ölpreis über 100 Dollar

Ausland
04.01.2008 12:21
Der Anstieg des Ölpreises über die Rekordmarke von 100 Dollar (umgerechnet 68 Euro) wurde offenbar durch eine kleine Transaktion eines einzelnen Händlers ausgelöst. Richard Arens, der die Ein-Mann-Firma ABS betreibt, habe für 1.000 Barrel Rohöl exakt 100.000 Dollar geboten, berichteten am Freitag mehrere britische und US-Medien.

1.000 Barrel sind die Mindestgrenze für den Handel an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex. Kurz nach dem Kauf habe Arens das Öl wieder verkauft - und dabei einen Verlust von 600 Dollar hingenommen.

Arens habe das Geschäft nur der Form halber betrieben, sagte Antoine Heff, Analyst bei NewEdge. "Er wollte der erste sein, der Öl für 100 Dollar kauft."

"Versuch, Ruhm zu erzielen"
Am Vortag hatten bereits Analysten des Rohstoffhandelshauses Sucden erklärt, die 100-Dollar-Grenze sei durch "einen individuellen Versuch, Ruhm zu erzielen" durchbrochen worden. Sie nannten allerdings noch keinen Namen. "Er hat 600 Dollar gezahlt, um seinen Enkeln erzählen zu können, dass er als erster auf der Welt 100 Dollar für ein Barrel gezahlt hat", fügte der Analyst Stephen Schork in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC hinzu.

Nicht das Ende der Fahnenstange
Der jüngste Anstieg des Ölpreises ist nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. „Die Ölvorräte werden zunehmend knapp, und das wird die Preise weiter hochtreiben“, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der „Berliner Zeitung“ am Donnerstag. „In fünf Jahren ist ein Ölpreis von 150 Dollar wahrscheinlich, in zehn Jahren sogar ein Preis von 200 Dollar.“

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