02.01.2008 17:51 |

Lehrer und Ärzte

Erfolgreicher Schlag gegen Kinderpornografie

Insgesamt 107 Österreicher im Alter von 22 bis 78 Jahren - darunter Lehrer und Ärzte - stehen unter dem Verdacht, kinderpornografisches Material konsumiert oder verbreitet zu haben. Das ist das schockierende Ergebnis zweier mit Hilfe Deutschlands und den USA durchgeführter Operationen des Bundeskriminalamtes gegen Kinderpornografie im Internet.

Die Operation "Orangebill" nahm ihren Ausgang in den Vereinigten Staaten. Dabei stellten die US-Behörden die finanziellen Aspekte bei der Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet in den Vordergrund. Gezielt ins Visier genommen wurden Personen, die Abrechnungsdienste für Kinderpornografie-Websites anboten oder vom finanziellen Erlös profitierten. Per Gerichtsbeschluss erhielten die Ermittler von Kreditkartenfirmen die Daten der Verdächtigen, dann folgten Hausdurchsuchungen, erklärte Internetermittler Harald Greml.

Weltweit wurden so rund 2.500 Kinderporno-Kunden ausgeforscht. In Österreich konnten 27 Verdächtige ermittelt werden: Neun stammen aus Wien, vier aus Niederösterreich, fünf aus Oberösterreich und zwei aus Salzburg. Weiters wurden drei Steirer und vier Tiroler ausgeforscht, so Greml. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Männer, die beruflich "quer durch den Gemüsegarten" tätig seien, meinte der Ermittler.

Lehrer und Ärzte unter den Verdächtigen
Weitere 80 Österreicher, die im Rahmen von "Sinon" ausgeforscht wurden, hatten hingegen beruflich engen Kontakt zu Kindern: Unter den Verdächtigen finden sich ein Sozialpädagoge, ein Erzieher, ein Hauptschullehrer, ein Schulwart sowie mehrere Ärzte. 26 der Verdächtigen kommen aus Wien, zwölf aus Niederösterreich, sieben aus Tirol, drei aus dem Burgenland und neun aus Oberösterreich. Vier Vorarlberger, fünf Kärntner sowie zwei Salzburger und zwölf Steirer wurden ebenfalls ermittelt.

Missbrauchsfoto als Bildschirmschoner
Besonders schockiert zeigten sich die Beamten von einem 44-jährigen Wiener, dessen PC bei der Hausdurchsuchung gerade lief - als Bildschirmschoner verwendete er ein Foto seiner zehnjährigen Stieftochter, die er beim Missbrauch selbst fotografiert hatte. Er wurde in Untersuchungshaft genommen, so Greml. Seine Lebensgefährtin gab an, von den Taten nichts gewusst zu haben.

Zur Operation "Sinon" führten übrigens Hinweise aus Deutschland. Bei einem Internetdienst konnten zwei Videodateien, die den schweren sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen blonden und eines zehnjährigen asiatischen Mädchens zeigten, sichergestellt werden. Das Unternehmen hatte schließlich die Exekutive alarmiert und die automatisch gespeicherten Nutzerdaten übergeben.

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