Gegenüber 2006 gab es im vergangenen Jahr einen Rückgang um 44 Verkehrstote oder 6,0 Prozent. Gegenüber 1972, dem bisher schlechtesten Jahr in der Unfallstatistik mit 2.948 Toten, sind dies weniger als ein Viertel der Todesopfer von damals. Der Fahrzeugbestand hat sich seither aber mehr als verdoppelt so das Innenministerium. Gegenüber 1999, als es in Österreich noch mehr als 1.000 Verkehrstote gab, haben sich die Zahlen um 36 Prozent, also um mehr als ein Drittel, reduziert.
Doch bei aller Freude über den Rückgang bei den Verkehrstoten: Die Gefahr, Opfer eines Unfalls und dabei verletzt zu werden, ist auf Österreichs Straßen im Vorjahr mitnichten geringer geworden. Bei den Gesamtunfällen mit Personenschaden und den dabei Verletzten gab es bis Ende Oktober 2007 Anstiege um 4,9 bzw. 4,6 Prozent.
Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg mit „Rekordtief“
Nach Bundesländern aufgeschlüsselt gab es im Burgenland mit 32 Verkehrstoten gegenüber 21 im Jahr davor, in Oberösterreich (146 gegenüber 139), Wien (35 gegenüber 33) und in der Steiermark (113 nach 112) Zuwächse. Laut Innenministerium erreichten diese Länder aber im Jahr 2006 historische Tiefstände. Rückgänge gab es in Niederösterreich mit 191 tödlich Verunglückten nach 222 im Jahr 2006, in Tirol (49 nach 59), Vorarlberg (16 gegenüber 26), Kärnten (58 nach 67) und in Salzburg mit 46 gegenüber 51 Unfalltoten. Für Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg bedeutete dies den niedrigsten Wert seit 40 Jahren, so das Innenministerium.
Auffallend war 2007 auch, das Österreich weitgehend von Großunfällen mit besonders hohen Todeszahlen verschont geblieben ist. Die beiden schwersten Unfälle des Jahres 2007 ereigneten sich in Niederösterreich und Oberösterreich. Am 21. Jänner verunglückten auf der B1 bei Attnang-Puchheim bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw vier Menschen tödlich. In Niederösterreich kamen am 23. März bei Willendorf auf einem unbeschrankten Bahnübergang bei einer Kollision mit einer Eisenbahn ebenfalls vier Auto-Insassen ums Leben.
31 Tote an Bahnübergängen, 20 auf Zebrastreifen
Die Unfälle an unbeschrankten Bahnübergängen waren überhaupt eines der großen Themen bei der Verkehrssicherheit 2007. 31 Menschen starben auf Bahnübergängen, der Großteil dieser Kreuzungen war laut Ministerium unbeschrankt. 20 Fußgänger kamen im vergangenen Jahr auf Schutzwegen ums Leben. 13 davon starben auf ungeregelten und sieben auf geregelten Schutzwegen. Vier von ihnen versuchten bei Rot die Straßenseite zu wechseln.
Mehr als die Hälfte der Verkehrstoten, nämlich 370, waren Pkw-Insassen. Die zweitgrößte Gruppe waren die Fußgänger mit 105, gefolgt von Motorradfahrern mit 97. Weiters starben 37 Radfahrer, 34 Lkw-Insassen, 23 Moped-Fahrer, neun Traktor- und sechs Microcar-Lenker, vier Autobus-Insassen und ein Go-Kart-Fahrer. Rückgänge gegenüber 2006 gab es bei den getöteten Pkw-Insassen, bei den Mopedfahrer, bei den Radfahrern und bei den Fußgängern.
Rasen als Hauptunfallursache
Die Hauptunfallursache war mit 35,8 Prozent Anteil wie immer die nicht angepasste Geschwindigkeit. An zweiter Stelle kommen Vorrangverletzungen mit 13,6 Prozent. Bei 7,3 Prozent der tödlichen Unfälle waren Alkoholisierungen mit im Spiel, dabei kamen 50 Menschen ums Leben. Die Zahl der getöteten Kinder unter 14 Jahren ging stark zurück und sank erstmals unter 20.
75 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und neun auf Schnellstraßen. Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignete sich demnach im untergeordneten Straßennetz. Bei Unfällen mit Geisterfahrern kam im vergangenen Jahr ein Mensch ums Leben. 2006 waren es zwei. Vier Tote waren in Tunneln zu beklagen, das bedeutet gegenüber 2006 einen Rückgang um acht. Zwölf tödliche Unfälle ereigneten sich in Baustellenbereichen, einer mehr als im Jahr davor.
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