Trauer im Internet

Lucas Vater richtet Online-Kondolenzbuch ein

Österreich
29.11.2007 14:30
Über die Grenzen Österreichs hinaus sorgt der Fall des zu Tode geprügelten 17 Monate alten Lucas für Betroffenheit. Lucas Vater Bernhard Haaser hat für seinen Sohn, der an einem Gehirnödem starb, im Internet eine Kondolenz-Seite unter dem Titel "Luca, wir werden dich nie vergessen!" eingerichtet. Seit Mittwochabend ist die Seite online, zahlreiche Österreicher haben bereits ihre Anteilnahme kundgetan: "Wo immer deine geschundene Seele jetzt weilen mag, soll sie zehnmal soviel Liebe bekommen wie die Gewalt, die sie hier auf Erden ertragen musste", schreibt etwa Ernst aus Wien.

"Wenn ich Fotos von dir in der Zeitung sehe, zerbricht es mir das Herz. Diese Augen, die so schmerzerfüllt sind. Unbegreiflich, dass dir, einem so süßen hilflosen Wesen, so etwas angetan werden konnte, was sind das nur für grausame Menschen?", so Kathrin aus dem Burgenland. "Selbst Mutter von zwei Kindern kann ich mit Worten gar nicht ausdrücken, was ich empfinde. Es ist so unfassbar und unvorstellbar, dass ein Mensch, dessen Leben kaum begonnen hat, sterben musste, weil andere weggeschaut und nicht gehandelt haben", schreibt Waltraud aus Niederösterreich.

Anzeigen gegen Behörden bei Staatsanwaltschaft eingegangen
Im Zusammenhang mit dem Tod des kleinen Lucas, der Anfang November vermutlich nach Misshandlungen in einem Wiener Spital starb, sind mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg jene Anzeigen eingelangt, die die NGO "Resistance for Peace" gegen die Jugendwohlfahrten in Mödling und Schwaz erstattet hatte. Das bestätigte der leitende Staatsanwalt, Walter Geyer.

Zuvor war die Anzeige von Wien an das für den Bezirk Mödling zuständige Landesgericht Wiener Neustadt weitergeleitet worden. Wegen des Sachzusammenhanges gab die dortige Staatsanwaltschaft die Causa nach Korneuburg weiter, wo die Ermittlungen gegen die in diesem Fall Verdächtigen - den in U-Haft genommenen Freund (23) der Kindesmutter aus dem Bezirk Wien-Umgebung und die 22-jährige Tirolerin - laufen.

NGO befürchtet Verschleppung der Anzeige
"Resistance for Peace"-Obmann Peter Rosenauer stellte in einer Aussendung am Donnerstag die Vermutung an, dass die am 12. November erstattete Anzeige "verschleppt" werden sollte. Die NGO wirft den Behörden Untätigkeit vor. Es habe "eindeutige Hinweise vom Kindesvater, dem Landeskrankenhaus Mödling und der Uni-Klinik Innsbruck wegen Kindesmissbrauchs" gegeben. Der leibliche Vater des Opfers schloss sich der Anzeige der NGO an.

Der 17 Monate alte Bub war laut Obduktionsbericht den Folgen eines Gehirnödems erlegen. Aufgrund von Hinweisen auf möglichen sexuellen Missbrauch wird gegen den 23-Jährigen - neben absichtlich schwerer Körperverletzung mit tödlichem Ausgang - auch wegen dieses Verdachtes ermittelt.

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