06.12.2007 18:35 |

Mordfall Burgstaller

Tatverdächtige leugnen Mord

Misshandlungs-Vorwürfe an die Polizei und das Leugnen der Tat haben am Donnerstag die neuerlichen Einvernahmen der beiden Brüder dominiert, die als Verdächtige nach dem Mord an dem oberösterreichischen Ex-Fußballprofi Peter Burgstaller gelten.
Im südafrikanischen Scottburgh wurden der 25-jährige Thokozisi Msani und sein 21 Jahre älterer Bruder Simo bereits in den Morgenstunden dem Richter vorgeführt. Er sei von der Exekutive angegriffen und gezwungen worden, den Mord zu gestehen, behauptete der 25-Jährige.

Er und sein Bruder sollen den 43-jährigen Burgstaller am 23. November erschossen und ausgeraubt haben. Bei der Gerichtsanhörung am Donnerstag baten sie um Kaution und leugneten die Tat. "Ich würde lügen, wenn ich jemals sagte jemanden getötet zu haben", so Thokozisi Msani. Als die Polizei einen Tag nach der Tat zu ihm gekommen sei, sei er von den Einsatzkräften "gewürgt worden", auch die Augen seien ihm zugeklebt worden. Er habe immer noch "Hörprobleme".

Beweise angeblich von Polizei gefälscht
Die Polizei habe ihn außerdem gezwungen, eine Halbautomatik-Pistole in die Hand zunehmen, bevor "ein Beamter sie mit einem Stab hochhob und in einen Plastiksack gab". Er habe den Tatort der Polizei auch nicht gezeigt, dies hätte die Sicherheitswache des Hotels getan, so die weitere Verteidigung des Mannes. "Sie konnten sehen, dass ich nicht weiß, wo es passiert ist."

Bei seiner Festnahme wurde der 25-Jährige bei einem anderen Gericht gleichzeitig wegen illegalen Waffenbesitzes beschuldigt. Staatsanwalt Rakesh Kashupersad erreichte die Zusammenlegung dieser Anklage mit dem Mord an Burgstaller, der durch einen Schuss in die Brust starb.

Tatverdächtiger streitet Mord an Burgstaller ab
Die Tat stritt der Beschuldigte am Donnerstag vor Gericht vehement ab: Er habe am Nachmittag, an dem Burgstaller getötet wurde, Holz für eine bevorstehende Hochzeit gehackt. Dabei habe er ein Mobiltelefon ohne Sim-Karte und Batterie gefunden - den Nokio 9300 Communicator von Burgstaller. Bei seiner Heimkehr gegen 15.00 Uhr habe er dieses seinem Bruder Simo gegeben. Die Wohnung befindet sich etwa fünf Kilometer vom Tatort entfernt.

Laut dem Staatsanwalt habe Burgstaller sein Handy allerdings noch nach 15.00 Uhr für ein Auslandsgespräch benutzt. "Wie konnten Sie dieses Telefon um 15.00 Uhr besitzen, wenn das Mordopfer um 16.15 Uhr damit noch einen Anruf getätigt hat?", fragte Kashupersad.

Vermutliches Motiv: Raub
Burgstaller wurde am 23. November kurz nach der Ankunft in seinem Hotel ermordet. Er traf gegen 15.00 Uhr dort ein. Kaum drei Stunden später wurde er von einem Sicherheitsmann tot auf dem Golfplatz aufgefunden. Die Polizei geht davon aus, dass er gegen 18.00 Uhr mit einem Schuss in die Brust getötet wurde. Als Motiv gilt Raub, da das Handy des Ex-Fußballers fehlte.

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 17. Mai 2021
Wetter Symbol