Nachteile für Väter?

FPÖ sorgt sich um die Gleichstellung von Männern

Österreich
23.11.2007 20:32
Die FPÖ macht sich Sorgen um Männer. Um deren Gleichstellung mit Frauen sei es in vielen Bereichen in Österreich schlecht bestellt, erneuerte die Partei am Freitag ihre bereits im September geäußerte Kritik. Änderungen wünscht sich Parteichef Heinz-Christian Strache vor allem im Scheidungsrecht.

Zusammen mit Gleichbehandlungsbeauftragtem Karlheinz Klement und Justizsprecher Peter Fichtenbauer pochte Strache unter anderem auf eine verpflichtende gemeinsame Obsorge. Vom Fall Luca fühlen sich die FPÖ-Vertreter in ihrer Linie bestätigt.

Die Behörden hätten das Baby sterben lassen und "kein Mensch sei auf die Idee gekommen, das Kind dem Vater zu übergeben", meinte Fichtenbauer. Väter würden in Österreich eben systematisch als zweite Verantwortungsperson ausgeblendet. Weitere Forderungen zur Korrektur der "dramatischen Schräglage" in diesem Bereich: Die Einführung von gesetzlichen Erledigungsfristen von maximal sechs Monaten bei Besuchsrechtsverfahren. Außerdem stellte Fichtenbauer Überlegungen an, bei Unterhaltszahlungen ab einer gewissen Summe für den anderen Elternteil - im Regelfall ist das die Mutter - eine Rechnungslegungspflicht einzuführen. Der staatliche Unterhaltsvorschuss für nicht zahlende Väter müsse über das 18. Lebensjahr hinaus ausgedehnt werden.

Überbevorzugung von Frauen befürchtet
Eine tendenzielle "Überbevorzugung" von Frauen befürchtet Klement auch abseits des Scheidungsrechts. Unter dem Deckmantel "Gender-Mainstreaming" komme es oft zu einer Schlechterstellung von Männern. Als Beispiel nannte er, dass im öffentlichen Dienst bei gleicher Qualifikation Frauen bevorzugt werden müssen. Außerdem fehle es an Schulen und Kindergärten an männlichen Vorbildern - aufgrund der Überzahl an weiblichem Personal. Männliche Kinder würden hier oft "völlig allein gelassen", so Klement.

Ein starkes Ungleichgewicht sieht der Abgeordnete auch bei der Förderungspolitik bezüglich Frauen- bzw. Männervereinen. Weiter verwies er darauf, dass sich auf der Homepage von Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) 193 Links zu beratenden Frauen-Organisationen gebe. Bei Männerminister Erwin Buchinger (SPÖ) hingegen gebe es nur sechs: einen zur einer Beratungsstelle für gewalttätige Männer und einen zweiten für Homosexuelle. "Sei nicht gewalttätig und sei irgendwo gut aufgehoben in einem Schwulenverein", sei das einzige, was man Hilfe suchenden Männern hier vermittle, so Klements Urteil.

Strache will lediglich "geschlechtsneutralen Zugang"
"Völlig absurd und lächerlich" sei der Vorwurf mit den Forderungen die Geschlechter gegeneinander ausspielen zu wollen, stellte Strache bereits am Beginn der Pressekonferenz klar. Es gehe der Partei um einen "geschlechtsneutralen Zugang" und vor allem um das Wohl der Kinder. Schützenhilfe holte sich die FPÖ bei der Pressekonferenz bei zwei Betroffenen, die ihre Scheidungsfälle schilderten.

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