Güterverkehr steht

Deutscher Lokführerstreik betrifft Österreich stark

Ausland
08.11.2007 18:09
In Deutschland hat am Donnerstag um 12.00 ein 42-Stunden-Streik im Bahn-Güterverkehr begonnen. Der Ausstand soll bis zum Samstag um 6.00 andauern. Der Stillstand beim deutschen Güterverkehr wird auch Österreich massiv betreffen, nur rund 15 Prozent von 500 grenzüberschreitenden Güterzügen werden fahren können. Unmittelbar vor dem geplanten Streikbeginn lehnte die Deutsche Bahn die Forderung der Lokführergewerkschaft GDL ab, ein neues Angebot zu präsentieren, um die Arbeitsniederlegungen noch abzuwenden.

Der angekündigte 42-stündige Streik im Güter-Bahnverkehr stellt nach Ansicht des Bahnvorstandes eine „ernsthafte Bedrohung“ für die deutsche Wirtschaft dar. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin: „42 Stunden Streik, das wird Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft haben und es wird auch für Arbeitsplätze eine Konsequenz haben. Viele unserer Kunden haben schon Kurzarbeit anmelden müssen.“

Deutscher Bahnstreik trifft ÖBB diesmal hart
Der Streik trifft auch die ÖBB hart, die im Normalfall täglich 500 Züge, die je zwischen 800 und 3.000 Tonnen transportieren, an der Grenze übergibt. Der Großteil muss nun bis Samstag in Bahnhöfen warten. "Wir sind in ständigem Kontakt mit der Deutschen Bahn, die uns dann mitteilt, wie viele Züge fahren dürfen", so die ÖBB. Mit eigenen Lokführern über die Grenze zu fahren ist in der Regel nicht erlaubt, die ÖBB hätte auch die Kapazitäten nicht.

Minimalversorgung garantiert
Suckale sagte, die Deutsche Bahn habe einen Notfallplan, damit wichtige wirtschaftliche Verkehre weiterliefen. Für Kraftwerke gebe es eine Minimalversorgung. Die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL hätten eine Verpflichtung zu Verhandlungen, sagte Suckale. Beide Seiten müssten die Möglichkeiten ausloten, „einen eigenständigen Tarifvertrag im Sinne des Moderationsergebnisses auf die Beine zu stellen.“

Am Mittwoch hatte die GDL eine Einladung der Deutschen Bahn zu neuen Verhandlungen abgelehnt, weil der Arbeitgeber kein neues Angebot gemacht hatte. Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte im ZDF-Morgenmagazin, wenn die Bahn ein substanzielles Angebot mit verbessertem Einkommen und verbesserten Arbeitszeiten vorlege, dann werde die Gewerkschaft zu Verhandlungen kommen. Es gebe genügend Möglichkeiten, auf einander zuzugehen.

Die Gewerkschaft verstehe aber einfach nicht, wie der Bahnvorstand versuche auszusitzen, was allgemein anerkannt sei, dass nämlich die Einkommen der Lokführer zu niedrig seien. Bisher biete die Bahn nur „alten Wein in neuen Schläuchen“. Die GDL wolle abwarten, ob der Streik im Güterverkehr den Bahnvorstand beeindrucke. Wenn der Schaden aber nicht groß genug sei, um zu beeindrucken, bleibe nichts anderes übrig, als nächste Woche weiter zu streiken.

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