05.11.2007 17:19 |

Chaos in Bogota

Hagelsturm verwandelt Bogota in ein Eismeer

Heftige Hagel- und Regenstürme haben die kolumbianische Hauptstadt Bogota am Wochenende in eine wenig malerische Winterlandschaft verwandelt und für Eiswasser-Übeschwemmungen gesorgt. Der Verkehr in der Metropole mit acht Millionen Einwohnern brach zusammen, Dächer gaben unter der Eislast nach, mindestens 60 Menschen mussten wegen Unterkühlung behandelt werden. Dabei hagelt es in Bogota eigentlich nie...

Seit Samstag wurden zahlreiche Straßen überflutet, weil das Eis die Kanaldeckel verstopft. Auch ein Rockkonzert unter freiem Himmel musste verschoben werden, weil einige Zuschauer durch die Hagelkörner bereits Kopfverletzungen erlitten hatten.

Autofahrer, die von den Eis- und Wassermassen überrascht wurden, konnten sich oft nur noch durch die Fenster ihrer Fahrzeuge in Sicherheit bringen und mussten häufig in die eisig kalte Brühe aus Regenwasser, Hagelkörnern und Straßenstaub springen. Bogotas Feuerwehr hatte stundenlang damit zu tun, die im Wasser versunkenen Autos zu bergen und vollgelaufene Keller leerzupumpen. In den Straßen bessert sich das Bild nur sehr langsam, da die Kanalisation mit den drückenden Wassermassen vollkommen überfordert ist.

Es hagelt sonst nie und hat immer zwischen 8 und 16 Grad
Bogota liegt zwar nur leicht nördlich vom Äquator, befindet sich aber auf 2.600 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Deshalb ist das Klima (eigentlich) weniger feucht und heiß als in tiefer gelegenen Regionen Kolumbiens. Hagel ist aber trotzdem äußerst selten.

Die Durchschnittstemperatur in Bogota liegt für alle Monate des Jahres konstant zwischen 8 und 16 Grad. Unter null Grad sinkt das Quecksilber in Kolumbien nur in wenigen Hochgebirgsregionen über 3.500 und mehr Meter. Es gibt 185 Regentage im Jahr.

Kolumbien leidet deshalb jeden Winter unter heftigen Regenfällen. Dieses Jahr waren die Niederschläge besonder stark. Seit Jänner kamen mindestens 90 Menschen infolge von Stürmen und Regen ums Leben. Das Hab und Gut von 900.000 Kolumbianern wurde beschädigt.

El Ninos Schwester ist Schuld
Meteorologen nannten das Wetterphänomen La Nina als Ursache. La Nina folgt meistens dem alle vier bis fünf Jahre durch eine Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifik ausgelösten Wetterphänomen El Nino. Beide bringen das Wetter nicht nur in Kolumbien, sondern auch in anderen Ländern des Subkontinents durcheinander.

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