Knochen gebrochen

Baby schwer misshandelt: Mutter will Kilian zurück

Österreich
29.09.2017 07:22

Im Fall des misshandelten Säuglings in Oberösterreich möchte seine Mutter jetzt, dass der Kleine und dessen zwei Jahre älterer Bruder nicht mehr auf Krisenpflegeplätzen, sondern zu Hause betreut werden. Ob der kleine Kilian wieder zurück zu seinen Eltern kommt, muss die Kinder- und Jugendhilfe entscheiden. Bis es so weit ist, wird aber noch einige Zeit verstreichen.

Die Mutter hat nach wie vor die Obsorge über beide Kinder, auch wenn sie Mitte Jänner - nach Einlieferung des schwer verletzten Kilian und Strafanzeige durch die Uniklinik Linz - auf Betreiben der Kinder- und Jugendhilfe darin eingewilligt hatte, dass ihre Söhne auf Krisenpflegeplätzen untergebracht werden. "Die Einschaltung eines Pflegschaftsgerichts zur Entziehung der Obsorge war deshalb nicht nötig", erklärt Reinhold Rampler von der Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreich.

Misshandlung
Bei dem drei Wochen alten Buben waren Knochenbrüche an beiden Armen, am Oberschenkel sowie ein Verdacht auf Hirnverletzungen diagnostiziert worden. Ein Gutachten bestätigte, dass der Säugling misshandelt worden sei. Gegen die Eltern und eine dritte Person wurde ermittelt, doch keinem von ihnen konnte die Tat zugeordnet werden. Das Verfahren wurde deshalb eingestellt. "Unbefriedigend, aber leider nicht anders möglich", sagt Philip Christl von der Staatsanwaltschaft Linz.

Symbolbild (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Symbolbild

"Verantwortung liegt nun bei Kinder- und Jugendhilfe"
"Das Strafrecht funktioniert nach eigenen Regeln und ist täterzentriert. Doch im Familienrecht steht die Sicherheit des Kindes im Vordergrund - umso mehr Verantwortung liegt nun bei der Kinder- und Jugendhilfe, die Fakten genau zu prüfen", betont Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger. Im Fall Kilian stelle sich die Frage, ob die Kinder bei einer Rückkehr in ihre Familie genügend geschützt wären.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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