Di, 19. Juni 2018

Online-Banking

25.07.2017 13:53

Deutsches Gericht erlaubt Gebühren für SMS-TAN

Deutsche Banken und Sparkassen dürfen Gebühren für die Versendung einer Transaktionsnummer (TAN) auf das Handy ihrer Kunden per SMS erheben. Dies ist aber nur dann zulässig, wenn der Kunde mit dieser SMS-TAN anschließend einen Zahlungsauftrag erfolgreich durchführt, entschied der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag in Karlsruhe verkündeten Urteil. Vertragsklauseln, wonach "jede" übermittelte SMS-TAN eine Gebühr kostet, sind demnach ungültig.

Im Ausgangsfall hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband geklagt, weil die Kreissparkasse in Groß-Gerau zehn Cent für jede von ihr verschickte SMS-TAN forderte. Der Verband hatte zur Begründung darauf verwiesen, dass die Sparkassen-Kunden mit einem Online-Bankkonto bereits eine pauschale Kontoführungsgebühr von zwei Euro zahlten. Diese Gebühr müsse auch die Kosten für die Sicherheitsabfrage per SMS-TAN enthalten.

Dem folgte der Bundesgerichtshof nun nicht, entschied aber, dass eine "ausnahmslose Bepreisung" der SMS-TANs unzulässig ist. Die Gebühr würde ansonsten auch dann erhoben, wenn der Kunde die TAN etwa wegen eines begründeten Phishing-Verdachts nicht einsetzt, wenn die TAN wegen Überschreitung der zeitlichen Geltungsdauer nicht verwendet wird, oder wenn der Zahlungsauftrag dem Geldhaus etwa wegen eines technischen Fehlers bei der Übermittlung nicht zugeht, entschied das Gericht.

Kunden drohen Gebührenerhöhungen
Die Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen, Andrea Heyer, bedauerte, dass mit dem Urteil die Erhebung eines Entgelts für die SMS-TAN nicht generell ausgeschlossen wird. Dafür hätte das Gericht sich der Rechtsauffassung anschließen müssen, dass Überweisungen mit diesem Verfahren überwiegend im Interesse der Bank sind.

Die Geldinstitute leiden derzeit ebenso wie die Sparer unter den historisch niedrigen Zinsen und versuchen deshalb auch über Gebühren Einnahmen zu sichern. Einer im Juni veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung EY zufolge will in diesem Jahr etwa ein Drittel der Kreditinstitute die Gebühren für Privatkunden erhöhen.

 krone.at
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