Mit einer bösen Überraschung begann das Jahr für das Team des Kindergartens in Ollersdorf. Die Pädagogen stehen mit leeren Händen da!
Anstelle ihres Gehalts für Jänner 2026 flatterte den Voll- und Teilzeitpädagoginnen sowie ihren Helferinnen eine völlig unerwartete E-Mail aus der Amtsstube von Bürgermeister und ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl ins Haus, die Kopfzerbrechen bereitet. Weil aufgrund des Fernbleibens der SPÖ-Fraktion die Gemeinderatssitzung am 30. Dezember 2025 nicht stattgefunden hat und wichtige Beschlüsse für das aktuelle Budget deshalb nicht gefasst wurden, sei die Auszahlung der Gehälter bis auf Weiteres auf Eis gelegt, war sinngemäß zu lesen. Das Personal fiel aus allen Wolken.
Auf Einkommen angewiesen
„Wir sind auf unser geregeltes Einkommen angewiesen. Jeder hat laufende Kosten und muss offene Zahlungen fristgerecht leisten“, so die Pädagoginnen. Ihnen wurde mitgeteilt, dass sie erst mit einer Überweisung des Geldes rechnen können, wenn die neuen Beschlüsse vorliegen.
Gegenseitige Vorwürfe von SPÖ und ÖVP
Schon seit Längerem birgt das terminliche Tauziehen um Gemeinderatssitzungen reichlich Konfliktpotenzial. Empört reagiert nun die SPÖ-Fraktion. „Mitten in den Weihnachtsferien waren viele Mandatare verhindert. Das bedeutet aber nicht, dass dem Kindergartenteam kein Gehalt ausbezahlt werden kann“, zeigt sich SPÖ-Vizebürgermeisterin Tanja Illedits verwundert. Sie verweist auf die Burgenländische Gemeindeordnung, wonach der Bürgermeister ermächtigt sei, die laufenden Ausgaben zu leisten, bis der Beschluss des Gemeinderats vorliegt.
Nichtbezahlung sei rechtswidrig
„Die Kinderbetreuung ist gesetzlich verankert. Die Nichtbezahlung der Gehälter ist eine rechtswidrige Vorgehensweise“, sagt Illedits. SPÖ-Klubobmann Roland Fürst setzt nach: „Der Bürgermeister wäre gut beraten, die Gehälter, die den Betroffenen zustehen, sofort auszuzahlen und sich zu entschuldigen.“
Hoffnung auf Lösung
Fürst wirft der ÖVP „parteipolitische Spielchen“ auf Kosten der Mitarbeiterinnen vor. Mit denselben Worten gibt Strobl die Kritik an die SPÖ zurück. „Der Kreditvertrag ist am 31. Dezember abgelaufen. Wenn es keinen Kassenkredit gibt und das Konto im Minus ist, kann nicht ausbezahlt werden“, teilt Strobl mit: „Die SPÖ betreibt Täter-Opfer-Umkehr.“
Trotz aller Querelen hoffen die Pädagoginnen auf eine rasche Lösung. Heute, Freitag, soll es bereits erste Gespräche geben.
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