Im Zuge des Vormarschs der Künstlichen Intelligenz nimmt auch der Finanzbetrug zunehmend kreativere Formen an. Mit von KI betriebenen Chatbots, Deepfake-Videos oder betrügerischen WhatsApp-Gruppen, die vermeintliche Anlagetipps geben, gelingt es Finanzbetrügern immer häufiger, Anlegern Geld aus der Tasche zu ziehen.
Im Vorjahr 2025 wurden bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) 843 Betrugsfälle gemeldet, die Schadenssumme belief sich auf 19,6 Millionen Euro. 2024 waren es mit 853 Betrugsfällen zwar etwas mehr, die Schadenssumme lag allerdings nur bei 15,5 Millionen Euro.
„Anlagebetrüger werden nicht nur innovativer, sondern auch besser, sie ergaunern immer höhere Beträge. Der höchste Verlust betrug rund 830.000 Euro“, teilte die FMA mit. Die Aufsicht gab im Vorjahr 97 Warnmeldungen zu illegalen Anbietern aus.
Betrug über WhatsApp-Gruppen
Vor allem der Betrug über WhatsApp-Gruppen ist laut FMA ein Novum. Über Deepfake-Videos mit Prominenten oder Online-Werbung werden Anlegerinnen und Anleger in eine Gruppe gelockt, in der ein Chatbot eine Community vortäuscht. Parallel werden private Chats eröffnet, in denen die Opfer dann zu Investitionen auf betrügerischen Plattformen oder Apps gedrängt werden.
Die Gelder fließen meist ins Ausland ab. Die Nachverfolgung solcher Betrugsfälle ist schwer, da die Täter anonym agieren können, Gruppennamen häufig wechseln und keine Unternehmensnamen oder URLs verfügbar sind. Auch ist die Meldung von betrügerischen Werbungen oder Profilen auf Social-Media-Plattformen laut FMA oft langwierig und unzuverlässig.
Kritisch sein
Die Aufsicht rät Anlegern dazu, Gruppeneinladungen nicht anzunehmen bzw. sehr kritisch zu sein und auch auf kleine Signale wie Tippfehler zu achten. Versprechen wie hohe Gewinne bei geringem Risiko sind zudem ein Indikator für Betrug. Bei Verdacht auf diesen sollten Anleger die Meldefunktion der jeweiligen Plattform nützen und den Fall bei der FMA und der Watchlist Internet – eine Webseite, die öffentlich vor aktuellen Betrugsmaschen warnt – melden.
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