Mo, 10. Dezember 2018

Juwelier-Überfall

21.07.2017 08:08

Linzer Opfer (19): "Bitte lasst mich weiterleben!"

Eigentlich wollte sie nur einen Anhänger kaufen, doch der Juwelierbesuch in der Linzer Innenstadt sollte zu den schlimmsten Minuten ihres Lebens werden: Die 19-jährige Corinna T. erlebte hautnah mit, als vier Männer am Donnerstag das Geschäft in der Landstraße stürmten, eine Angestellte mit einer Waffe bedrohten und anschließend mit ihrer Beute die Flucht ergriffen. Im Gespräch mit der "Krone" schildert die Jus-Studentin die dramatischen Ereignisse.

"Krone": Wie geht es Ihnen?
Corinna T.: Nicht gut, mir steckt der Schock noch in den Knochen. Ich bin aber heilfroh, dass ich noch lebe. Ich hab die ganze Zeit gehofft, dass die Täter nicht die Nerven verlieren und mich erschießen. Der Überfall ist mir selbst wie zehn Minuten vorgekommen, hat anscheinend aber nur ein bis zwei Minuten gedauert.

Was ist genau passiert?
Ich bin mit einem Schmuckanhänger zur Kassa gegangen. Plötzlich hat einer hinter mir "Lay down, lay down" geschrien. Ich hab mich auf den Boden gelegt, lag dort Kopf an Kopf mit einer Angestellten. Die Frau wollte was zu mir sagen, ich hab aber nicht reagiert, weil ich Angst hatte, dass die Situation eskaliert. Ich hab gedacht, bitte lasst mich weiterleben!

Die Täter waren bewaffnet?
Einer der Männer hat seine Pistole einer Verkäuferin gegen den Kopf gehalten. Die anderen haben mit ihren Werkzeugen die Auslagen eingeschlagen, ich hab die Scheiben splittern gehört. Dann hat die am Boden bei mir liegende Angestellte gesagt: So, die sind jetzt weg!

Sie haben erst dann das Ausmaß der Zerstörung gesehen?
Ja, die zerschlagenen Vitrinen und auch das Blut. Einer der Täter dürfte sich selbst verletzt haben.

Nach gut einer Minute war der Spuk vorbei: Das Räuberquartett lief vorbei an geschockten Passanten zum Fluchtauto. Nur Augenblicke später trafen erste Polizeistreifen ein und starteten eine Großfahndung - doch die Täter waren bereits spurlos verschwunden. Die Überwachungskamera des Stadtbräu "Josef" neben dem Tatort hatte die südländisch aussehenden, bärtigen Räuber gefilmt, wie sie nach dem Überfall zum mit laufendem Motor wartenden Wagen sprinteten und wegbrausten. In diesem Fahrzeug könnte ein fünfter Täter gewartet haben.

Kronen Zeitung

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