11.04.2017 19:13 |

Unzufrieden mit Ökos

Wien: Grüner Bezirksrat wechselt zu Freiheitlichen

Das passiert wahrlich nicht alle Tage: Weil ein grüner Bezirksrat aus Wien-Penzing mit der Politik "seiner" Partei unzufrieden ist, wechselt er das Lager - und geht zur FPÖ. "Die viel zitierte grüne Basisdemokratie gibt es schon lange nicht mehr", sagt Gottfried Böck und ließ sich von FPÖ-Stadtrat Toni Mahdalik willkommen heißen.

Wenn ein Grüner die Seiten wechselt und zu den Freiheitlichen überläuft, dann wird auch Toni Mahdalik zum Willkommensklatscher: "Gottfried Böck ist ein Verkehrsexperte und hat das Herz am rechten Fleck. Sein Wechsel steht auch sinnbildlich für die Auflösungserscheinungen bei den Grünen."

"Frauenquote wirkt sich oft negativ aus"
Es waren vor allem die Entscheidungen beim Thema Verkehr, die Busfahrer Böck nicht mehr ausgehalten hat. "Unnötige und gefährliche Radwege machen den Autofahrern das Leben schwer, dazu die sinnbefreiten 30er-Zonen", erklärt der "Polit-Deserteur". Ein weiteres Motiv für seinen Wechsel: "Die sklavisch eingehaltene Frauenquote wirkt sich oft negativ aus, weil mittlerweile nicht auf Qualifikation, sondern nur aufs Geschlecht geschaut wird."

Die Frauenquote daheim war auch der Grund, weshalb der Grüne nicht vorher blau wurde: "Meine Gattin hat türkische Wurzeln. Aber wir haben uns mittlerweile geeinigt, es ist für sie kein Scheidungsgrund mehr."

Rot-grüne Mehrheit in Penzing geht flöten
Die Fahnenflucht des Ex-Grünen mitten im Trubel um die angezählte Bundessprecherin Eva Glawischnig ist für die Penzinger Ökos nicht nur peinlich, sie ist auch problematisch: Denn mit dem Wechsel geht bei insgesamt 56 Mandaten im Bezirk die rot-grüne Mehrheit flöten.

Das letzte Abschiedsgeschenk Gottfried Böcks an seine ehemalige Partei: Sie erfährt vom Wechsel via "Krone". Am 18. April macht er es amtlich.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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